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Libanon

  • Memories: Arabische Ausflüge zum Song Contest

    Libanon

    Libanon Libanon - Am 21. Oktober 2004 meldete ESCtoday, dass der Libanon sein Debüt beim Eurovision Song Contest 2005 in der ukrainischen Hauptstadt Kiew geben würde. Zum damaligen Zeitpunkt war auch Ibrahim El Khoury, Generaldirektor des Senders Télé Liban optimistisch und kündigte möglichst bald die Nominierung eines Interpreten für Kiew an.

    Der Sender Télé Liban wurde Anfang der 50er Jahre von den Geschäftsleuten Wissam Ezzeddine und Joe Arida gegründet und gehört heute zu 100% der libanesischen Regierung. 1962 nahm Télé Liban 2 den Sendebetrieb auf. Die dazugehörige Radiostation Radio Liban war eines der Gründungsmitglieder der European Broadcasting Union, schied jedoch 2002 aus der Organisation aus. Der Sitz des Senders ist Beirut. Der Sender verfügt als einziges EBU-Mitglied über keine eigene Website.

    Bereits zwei Wochen später stand fest, dass die damals 23jährige Sängerin Aline Lahoud (الين لحود), Tochter des bekannten libanesischen Sängers Salwa Al Qatreeb ihr Heimatland bei der Jubiläumsausgabe des Song Contests vertreten sollte. Aline hatte zuvor bereits mit dem Song "It's over" vom Komponisten Jad Rahbani am Megahit Festival in der Türkei teilgenommen. Er sollte auch ihren Wettbewerbstitel schreiben.

    Mitte Dezember 2004 hieß es dann plötzlich, Télé Liban könne aus finanziellen Gründen nicht am Eurovision Song Contest teilnehmen. Sendersprecherin Sady Farah schloss von vorn herein aus, dass der Rückzug nicht politisch motiviert sei und die Teilnahme Israels am Contest nichts mit dem Rückzug zu tun habe. Am selben Tag lief die Frist für eine kostenfreie Abmeldung vom Wettbewerb ab.

    Aline Lahoud (2004)Am 20. Dezember tauchte der Libanon dennoch auf der bestätigten Teilnehmerliste der EBU auf, neben den weiteren Debütanten Bulgarien und Moldawien sowie dem Rückkehrer Ungarn sollte der Libanon als 40. Teilnehmerland in Kiew dabei sein. Dafür meldete sich die Tschechische Republik kurzfristig vom Song Contest ab.

    Bis Anfang März 2005 sah es dann auch tatsächlich so aus, als würde der Libanon in der Ukraine dabei sein. Mittlerweile wurde auch der Songtitel "Quand tout s'enfuit" benannt. Den Text schrieb Romeo Lahoud, der die Wahl der französischen Sprache damit begründete, dass Französisch neben Arabisch die zweite Amtssprache im Libanon sei und das Land eines der führenden Nationen im Staatenbund der Francophonie sei.

    Aline Lahoud - Quand tout s'enfuit

    Wenige Tage später kam es zur Disqualifikation des Beitrags und zu einer dreijährigen Sperre des libanesischen Fernsehens für den Eurovision Song Contest. Grund hierfür war eine, von Télé Liban in Auftrag gegebene, Website mit der Teilnehmerliste von Kiew, die jedoch nur 39 Nationen (Israel wurde ignoriert) zählte. Nachdem dem Versäumen der vierundzwanzigstündigen Änderungsfrist schloss die EBU den libanesischen Sender vom Wettbewerb aus.

    Die Firma, welche für die Erstellung der Website verantwortlich war, begründete die Nicht-Erwähnung Israels damit, dass sie sich lediglich an libanesische Gesetze halte. Jegliche Erwähnung Israels würde gegen geltendes Recht des libanesischen Staates verstoßen. Dadurch konnte der Sender Télé Liban der EBU auch nicht garantieren, dass der israelische Beitrag von Shiri Maimon während der Liveübertragung ausgestrahlt werden könne. Das Song Contest-Reglement sieht jedoch eine Übertragung aller Beiträge vor.

    Aline Lahoud heuteAm 18. März 2005 kam es dann zur schlussendlichen Disqualifikation. Svante Stockselius drückte in einer amtlichen Erklärung auch sein Bedauern für die junge Sängerin Aline Lahoud aus. Während des Treffens der Reference Group Ende März beschlossen die EBU-Obersten ein Bußgeld gegen den Sender Télé Liban und setzten eine dreijährige Sperrfrist, die mit dem Song Contest 2008 auslief.

    Jad Rahbani, der Komponist von "Quand tout s'enfuit" sagte in einem späteren Interview: "Alles was wir wollten war, dass unsere Stimme und unsere Musik in der ganzen Welt gehört wird... wir hoffen, dass sich die Musik eines Tages durchsetzen kann." Im Libanon hat sich seitdem ein eigener Fanclub des OGAE-Netzwerks gegründet. Der Sender Télé Liban hat sich jedoch nie wieder zu einer aktiven Teilnahme am Song Contest geäußert, wahrscheinlich auch, weil sich die libanesischen Gesetze seither nicht geändert haben.

    Die einzige Teilnehmerin eines arabischen Landes: Samira Bensaid nahm 1980 für Marokko mit ''Bitakat hob'' am Song Contest teilMit Ausnahme von Marokko, das nur aufgrund der Nicht-Teilnahme Israels 1980 in Den Haag teilnahm, scheiterten alle arabischen Länder bereits im Vorfeld des Eurovision Song Contests an den Teilnahmebedingungen. So zog sich Tunesien trotz gezogener Startnummer für den Eurovision Song Contest 1977 zurück. Das jordanische Fernsehen unterbrach 1978 die Übertragung des Wettbewerbs während des israelischen Beitrag von Izhar Cohen und blendete eine Sendetafel mit Blumen ein.

    Als sich während des Votings ein israelischer Sieg abzeichnete, beendete der jordanische Sender JRTV sein Programm und zeigte stattdessen einen amerikanischen Spielfilm. In den jordanischen Medien wurde am Tag darauf verkündet, Belgien (Platz 2) hätte den Wettbewerb gewonnen. 1979 strahlte das jordanische Fernsehen die Punktevergabe überhaupt nicht aus (Israel gewann erneut mit Gali Atari).

    Mussten sich 1979 dem Druck der arabischen Staaten beugen: Rita Maria Epik & 21. PeronIm selben Jahr zog das türkische Fernsehen seinen Beitrag "Seviyorum" von Maria Rita Epik & 21. Peron zurück. Als offizieller Grund wurden finanzielle Probleme aufgrund der damals anhaltenden weltweiten Ölkrise genannt. Wie später bekannt wurde, wurde der Sender von mehreren arabischen Ländern unter Druck gesetzt, seine Teilnahme am Eurovision Song Contest zurückzuziehen, da man der Türkei ansonsten das Öl abgedreht hätte.

    Die andauernden Konflikte im Nahen Osten sprechen ebenfalls dafür, dass sich in naher Zukunft keine arabischen Nationen für den Song Contest anmelden werden.

  • Libanon: 12 Punkte an Armenien

    Lebanon Libanon - Traditionell wird vor'm Eurovision Song Contest von jedem OGAE-Fanclub Europas ein Favoritenvoting erstellt. Heute sind die Libanesen an der Reihe. Das libanesische Fernsehen selbst ist bis 2009 von einer Teilnahme am Eurovision Song Contest ausgeschlossen.

    2005 hatte sich der Sender Télé Liban bei der EBU für den Song Contest angemeldet und mit Aline Lahoud bereits eine Sängerin für Kiew bestimmt. Die Teilnahme wurde jedoch nach der EBU-Anmeldefrist annulliert, nachdem das libanesische Fernsehen nicht garantieren konnte, den israelischen Beitrag (Shiri Maimon in diesem Falle) ebenfalls auszustrahlen.

    Wie dem auch sei, hier das Ergebnis der libanesischen OGAE:

    12 - Armenien - Sirusho
    10 - Ukraine - Ani Lorak
    08 - Bulgarien - Deep Zone feat. Balthazar
    07 - Rumänien - Nico & Vlad Mirita
    06 - Schweden - Charlotte Perrelli
    05 - Deutschland - No Angels
    04 - Griechenland - Kalomoira
    03 - Türkei - Mor ve Ötesi
    02 - Island - Euroband
    01 - Zypern - Evdokia Kadi

    Mehr Informationen zur OGAE-Wertung gibt es hier.

  • Weitere OGAE-Wertungen

    Lebanon Libanon - Auch die OGAE im Libanon hat ihren Favoriten gewählt. Folgendes Ergebnis kam bei dem Mitgliedervoting der Libanesen zustande:

    01. - Bulgarien (83)
    02. - Ukraine (81)
    03. - Zypern (80)
    04. - Litauen (79)
    05. - Georgien (79)
    10. - Slowenien (72)
    11. - Finnland (62)
    12. - Serbien (61)
    13. - Bosnien-Herzegowina (61)
    14. - Deutschland (60)
    15. - Türkei (60)
    16. - Spanien (57)
    22. - Irland (24)
    23. - Frankreich (21)
    24. - Rumänien (19)

     Ungarn - Die ungarischen OGAE-Mitglieder hingegen wählten Griechenland (115) an die erste Stelle, bzw. Platz 2, da der ungarische Beitrag (135 Punkte) außer Konkurrenz läuft. Auf den folgenden Plätzen landeten Zypern, Spanien, Bosnien-Herzegowina, Frankreich und Serbien.

    Netherlands  Niederlande - In den Niederlanden wiederum führt Serbien mit 123 Punkten das Ranking an, gefolgt von *freu* Deutschland (119) und der Schweiz mit 84 Punkten. Dahinter Dänemark, die Ukraine, Bulgarien, Zypern, Russland, Slowenien und Griechenland (59).
    Die Wertung der deutschen OGAE steht übrigens noch aus.

  • Video des Tages (5)

    2005 hätte der Libanon am Eurovision Song Contest teilnehmen können. Man wählte sogar schon die Sängerin Aline Lahoud und den Song "Quand tout s'enfuit" aus, der in internationalen Foren sehr gut ankam. Leider musste der Beitrag der libanesischen Sängerin im März 2005 disqualifiziert und der Libanon vom Contest ausgeschlossen werden - da der Sender Télé Liban drohte den israelischen Beitrag auszublenden nicht garantieren konnte den israelischen Beitrag (meinen All-Time-Favourite "Hasheket shenish'ar") zu zeigen. Scheinbar entstandt zum Song selbst kein Video, daher gibt's hier heute den Liveauftritt von Aline:

  • Mika zum Grand Prix?

    Lebanon Libanon - Noch läuft die dreijährige Sperrfrist für den Libanon beim Eurovision Song Contest. Das Land wollte am ESC 2005 in Kiew teilnehmen und wählte bereits die Sängerin Aline Lahoud mit dem Song "Quand tout s'enfuit" aus, einer wunderschönen Ballade mit arabischen Elementen auf Französisch. Leider wurde das Land disqualifiziert, da sich der Sender Téle Liban weigerte den israelischen Song von Shiri Maimon auszustrahlen.

    Nun schreibt Esctoday, dass der, derzeit in Großbritannien schwer erfolgreiche libanesische Sänger Mika ("Grace Kelly", "Relax, take it easy") an einer ESC-Teilnahme für das orientalische Land 2008 plant. Dies wäre laut Reglement zulässig, wenn eine weitere Rundfunkanstalt der European Broadcasting Union beitritt. Ansonsten dürften die Libanesen erst 2009 am Grand Prix teilnehmen.

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