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Kurioses

  • Volker Beck: Baku ist falscher Ort für unbeschwerte Party

    Aserbaidschan

    Aserbaidschan Aserbaidschan - "Baku ist eigentlich der falsche Ort für eine unbeschwerte Party. Der Eurovision Song Contest sollte unter menschenrechtlichen Gesichtspunkten nicht dort stattfinden.", sagte Volker Beck in einer entsprechenden Pressemeldung auf seiner eigenen Website. Bei Aserbaidschan handelt es sich ihm zufolge um eine Diktatur, in der Oppositionelle und kritische Journalisten gnadenlos verfolgt werden und Homosexuelle schwere Diskriminierungen erleiden.

    Auch schätzt er, dass der Aliyev-Clan die Veranstaltung zu Propagandazwecken nutzen werde. "Künstler und Gäste sollten deshalb die Situation in Aserbaidschan nicht unkommentiert lassen, sondern die Einhaltung der Menschenrechte einfordern.", heißt es weiter.

    Volker BeckEU und Bundesregierung würden aus mit der Regierung Aserbaidschans aus geo- und energiepolitischen Gründen zu nachsichtig umgehen. Aserbaidschan, dass seit 2001 Mitglied im Europarat ist und im April 2002 die Europäische Menschenrechtskonvention unterzeichnet hat, müsse die darin festgeschriebenen Standards einhalten.

    "Diese Verbindlichkeit hat sich Aserbaidschan selbstauferlegt und an diesen Verpflichtungen muss es sich auch messen lassen.", heißt es in einem Dossier der 47. Sitzung des Ausschusses für Menschenrechte. Die Äußerungen von Volker Beck sind kein Einzelfall in Bezug auf die Lage Aserbaidschans, bereits seit dem Sieg von Ell & Nikki gibt es sowohl von verschiedenen Institutionen als auch von Song Contest-Fans gemischte und negative Reaktionen auf die Situation im Land, nicht nur aufgrund des Karabach-Konflikts mit Armenien.

    Volker Beck trat bereits mehrfach mit dem Anprangern von Missständen in osteuropäischen Ländern in Erscheinung. 2005 nahm er gemeinsam mit Claudia Roth an der schwul-lesbischen Parada Równości in Warschau teil, die durch den damaligen Bürgermeister Lech Kaczyński verboten wurde, 2007 wurde er bei einer nicht genehmigten Protestaktion gegen das Verbot des Moscow Pride in Haft genommen. Auch gegenüber der Auflösung des Moscow Pride während des Song Contests 2009 in Moskau äußerte er sich kritisch gegenüber der Regierung in Moskau.

    Von Seiten der Europäischen Rundfunkunion heißt es, wie eigentlich jedes Jahr, der Wettbewerb dürfte nicht politisiert werden und sei ein Zusammentreffen von verschiedenen Nationen und Kulturen, der allein dem musikalischen Austausch diene. In Baku selbst laufen unterdessen die Vorbereitungen auf den Song Contest auf Hochtouren und trotz aller Bemühungen wird auch dieser Song Contest im Zeichen der Politik stehen, sei es durch die zögernde Haltung Armeniens bezüglich seiner Teilnahme, die von den Aserbaidschanern jedoch zähneknirschend hingenommen wird, oder der aliyev'schen Regierungsweise.

  • Eurofire: 5 Years Of Eurovision News!

    5 Years Of Eurovision News

    Deutschland Deutschland - 5 Jahre Eurofire.blog.de, ich bin sehr stolz darauf, dieses Projekt mittlerweile seit einem halben Jahrzehnt laufen zu haben und hätte mir Anfang 2007 niemals gedacht, bis zum heutigen Tag 1,9 Millionen Seitenaufrufe zu bekommen.

    Vom ersten Sieg Finnlands über die Einführung von zwei Halbfinals, dem Wunder von Oslo bis hin zur Rückkehr Italiens wurde hier kreuz und quer über alle möglichen News in Europa und darüber hinaus berichtet und ich hoffe, dass dies noch mindestens weitere fünf Jahre so weiter gehen wird. Danke für fünf Jahre!

    Wie bei jeder großen Jubiläumsshow gibt es auch bei uns etwas zu gewinnen. Zwischen dem 8. und 18. Januar findet ihr in der oberen Taskleiste eine PDF-Datei mit insgesamt 20 Fragen. Wer uns die richtigen Lösungen bis zum 18. Januar (23:59 Uhr) per Email an eurofire.blog@web.de schickt, nimmt automatisch an der Verlosung von zwei Eurofire-T-Shirts teil. Die Gewinner werden am 19. Januar, unserem Geburtstag, bekannt gegeben.

  • Weißrussland: Über Willkür und Zensur

    Weißrussland

     Weißrussland - Einen Tag vor dem Inkrafttreten des neuen weißrussischen Gesetzes zum Verbot der Nutzung ausländischer Internetdomains kündigte der Sender BTRC in Minsk die Verlegung des Finales vom Eurofest 2012 auf den 31. Januar an. Ursprünglich sollte das Finale mit fünf Interpreten am 28. Januar stattfinden.

    Ob sie Weißrussland immer noch liebt? Anastasia VinnikovaAuf einer Pressekonferenz des Senders hatte der in Minsk geborene Eurovisionssieger Alexander Rybak die Gelegenheit die fünf noch verbliebenen Teilnehmer des weißrussischen Vorentscheids kennenzulernen. Dabei erteilte er der Gruppe Litesound, Gunesh Abasova, Uzari, Alena Lanskaya und Victoria Aleshko Ratschläge.

    Ob einer der fünf ihren Beitrag für das Finale ändern wird, ist jedoch noch nicht bekannt. Mitte Dezember wurden aus dem Semifinale die oben genannten fünf Kandidaten per Jury- und Televoting ermittelt. Trotz weitreichender Eingriffe in die Presse- und Meinungsfreiheit durch die weißrussische Regierung unter Lukaschenko sollen die Zuschauer beim Vorentscheid für den Eurovision Song Contest immerhin 50% Stimmrecht haben.

    Der Titel von Anastasia Vinnikova in dem sie "Saying that I'm free, friendly and young" singt, bekommt da eine ganz neue Bedeutung. Auf diesem Wege verabschieden wir uns für's Erste von unseren weißrussischen Lesern. Да хуткай сустрэчы, любові белыхрускіх!

  • Eurovision 2012: Das Licht bleibt an

    Aserbaidschan

    Aserbaidschan Aserbaidschan - Als ob das bei der Ausrichtung eines solch großen Events wie dem Eurovision Song Contest nicht selbstverständlich wäre: das aserbaidschanische Energieministerium sowie der Konzern OJSC Azernerji Industry erklärten, dass es während des Song Contests keinen Strommangel in Baku geben werde.

    Die Energieversorgung der aserbaidschanischen Hauptstadt sowie der ausrichtenden Halle sei gewährleistet. Ähnlich wie beim Song Contest in Düsseldorf werde man die Shows unabhängig vom lokalen Stromnetz produzieren und temporäre Generatoren aufbauen, die die benötigte Stromkapazität erzeugen können.

    Das aserbaidschanische Energiesystem biete weiterhin rund 1.000 Megawatt Reservekapazität. Der Eurovision Song Contest ist durch die unabhängige Stromversorgung vor etwaigen Problemen mit regionalen Kraftwerken gesichert. Wie wir aus Düsseldorf wissen, sind sämtliche Einrichtungen, Lichteffekte, Einstellungen und Kabel doppelt verlegt um den reibungslosen Ablauf sicherzustellen.

  • Discover Azerbaijan: Aserbaidschan von A bis Z

    Aserbaidschan Aserbaidschan - Mit Aserbaidschan assoziiert man in erster Linie Öl, Korruption und den ständigen Austausch von 12 Punkten mit der Türkei beim Eurovision Song Contest. Nachdem das Duo Ell & Nikki den Wettbewerb 2011 in Düsseldorf gewonnen haben, blickt die Eurovisionsgemeinde mit Spannung, Vorfreude und auch einem sorgenvollem Blick auf das kaukasische Land. Mit diesem Beitrag wollen wir die ehemalige Sowjetunion mit langer kultureller Geschichte etwas näher vorstellen, nach Norwegen also nun Aserbaidschan von A bis Z.

    Mehriban und Ilham AliyevA wie Aliyevs - Der Familienclan der Aliyeves (Əliyev) regiert seit Anfang der 90er Jahre mit harter Hand über Aserbaidschan. İlham Aliyev, amtierender Präsident des Landes ist nicht nur in dieser Position tätig, sondern ist auch erster Vizepräsident der staatlichen Ölgesellschaft und Präsident des nationalen Olympia-Komitees. Er trat im Jahr 2003 die Nachfolge seines Vaters Heydər Əliyev zum Präsidenten an und ist mit Mehriban Aliyeva verheiratet, die ebenfalls einflussreiche Positionen innehat.

    Die First Lady des Landes entstammt aus einer reichen Familie, der mehrere Banken und Baufirmen gehören, was es in Bezug auf den Eurovision Song Contest leicht machen wird, entsprechende Baugenehmigungen für eine neue Halle zu erhalten. Neben ihrer Eigenschaft als UNESCO- Sonderbotschafterin ist sie nun zur Vorsitzenden des Organisationskomitees für den Song Contest berufen worden. Aufgrund der mit Petroldollars und Korruptionsgeldern finanzierten chirurgischen Eingriffe bereitet es Aliyeva laut Wikileaks-Berichten Probleme alle Geschichtsausdrücke anzuwenden.

    BakuB wie Baku - Baku liegt auf dem 40° Breitengrad Nord und dem 49° Längengrad Ost und ist mit rund zwei Millionen Einwohnern die Hauptstadt von Aserbaidschan. Während die historische Altstadt inzwischen zum Weltkulturerbe gehört, orientiert sich die Wirtschaft der Stadt an den Ölressourcen, vor der Hafenstadt im Kaspischen Meer liegen. Das Bild der Stadt wurde während der sowjetischen Zeit durch Plattenbauten geprägt.

    Mittlerweile befindet sich Baku aber auf dem Weg zu einer modernen Metropole, die zwar nur über ein verhaltenes Nachtleben verfügt, dafür aber über eine große Einkaufsstraße, in der sich auch alle großen Marken der westlichen Welt präsentieren. Auch verschleierte Frauen sind nach einschlägigen Reiseberichten fast gänzlich aus dem Stadtbild verschwunden, das mit einer Sauberkeit aufwatet, die der Singapurs gleicht. Aller Wahrscheinlichkeit wird hier der Song Contest 2012 stattfinden.

    PlovC wie Cuisine - Die aserbaidschanische Küche wurde durch die Einflüsse der einstigen Besatzer geprägt. Vieles entstammt Rezepturen der mongolischen, persischen, türkischen und russischen Küche. Aufgrund der islamischen Prägung ist Hauptbestandteil vieler Gerichte Lamm- und Rindfleisch. Ähnlich wie in anderen orientalischen Ländern wird auch hier viel mit Gewürzen verfeinert. Das wichtigste Nationalgericht ist Plov, ein Reisgericht mit Hammelfleisch und Gemüse, von dem etwa 100 verschiedene Varianten existieren sollen.

    Dazu gibt es das Nationalgetränk Schärbät, ein auf Milch basierendes Erfrischungstränk mit Zitrone, Minze und anderen Fruchtbestandteilen. Wem diese Küche allerdings zu traditionell ist, der hat seit einigen Jahren auch die Möglichkeit bei McDonalds, Burger King oder an einem der Dönerimbisse zu speisen, die nahezu an jeder Ecke zu finden sind.

    D wie Devisen - Seit 1992 ist der Manat das gesetzliche Zahlungsmittel in Aserbaidschan und löste damit den sowjetischen Rubel ab, der bis 1994 noch in der Übergangsphase als Währung zugelassen war. Die Banknoten und Münzen des neuen Manat wurden von Robert Kalina entworfen, der auch für das Design der Eurobanknoten verantwortlich ist. Ein Manat sind etwa 89 Cent, ein Euro entsprechend 1,12 Manat. Der Manat wird in 100 Qəpik unterteilt. Geld, insbesondere Euro und US-Dollar kann man in diversen Banken, Wechselstuben, aber auch in Hotels und am Flughafen wechseln. In Baku gibt es mehrere Geldautomaten, Kreditkarten werden von vielen Hotels und Restaurants akzeptiert, Bargeld wird jedoch bevorzugt.

    E wie Eurovision - Seit 2008 ist Aserbaidschan Teil der Eurovisionsfamilie. Nur ein Jahr zuvor wurde der Sender iTV Mitglied der Europäischen Rundfunkunion, dem staatlichen Sender AzTV wurde die Mitgliedschaft verweigert, da die Regierung diesen unter Kontrolle hat. Bereits im ersten Jahr erreichte Aserbaidschan den achten Platz mit "Day after day". Ein Jahr später erreichten Aysel Teymurzadeh und der schwedisch-iranische Komponist Arash die Bronzemedaille. 2010 galt Safura neben Lena als Favoritin, erreichte jedoch nur Platz fünf. Ell & Nikki schafften mit Hilfe ihrer schwedischen Komponisten jedoch den Sieg. Aserbaidschan ist somit eines der erfolgreichsten Länder der letzten Jahre.

    F wie Feuer - Aserbaidschan trägt auch den Beinamen "Landes des Feuers". Dieser Titel rührt vom sogenannten Yanar Dağ, dem "brennenden Berg", einem Kalksteinhügel in der Nähe von Baku auf der Halbinsel Abşeron, an dessen Hängen seit dem Altertum ein natürliches Erdgasfeuer brennt. Der Yanar Dağ, über den bereits Marco Polo berichtet hat und der heute eines der beliebtesten Ausflugsziele der Touristen darstellt, ist zum Symbol für Aserbaidschan geworden. Neben dem Yanar Dağ existieren nur noch wenige natürlich brennender Erdgasfeuer, die meisten davon kommen in Aserbaidschan vor.

    GobustanG wie Gobustan - 50 Kilometer südwestlich von Baku befindet sich der kleine Ort Gobustan, der sich für seine graffitiähnlichen Felszeichnungen aus der Steinzeit bekannt ist. In den 30er Jahren wurden hier mehr als 600.000 Symbole gefunden, die Tiere, Menschen, Tänze und Rituale sowie die Sonne und Sterne zeigen. Besonderes Highlight der Region ist jedoch der Gaval Dash, ein Musikstein, der, sobald er berührt wird, den Klang eines Tamburins von sich gibt. Der Ursprung für diese Erscheinung ist, wie fast bei allen Sehenswürdigkeiten in Aserbaidschan, Erdgas.

    H wie Historie - Die Geschichte Aserbaidschans in drei Absätzen: Der erste Staat auf dem Gebiet des heutigen Aserbaidschans war die Region Albania, das von einem nomadischen Stamm bewohnt wurde und 65 v. Chr. Teil des Römischen Reiches wurde. Im 4. Jahrhundert wurde durch die Armenier das Christentum eingeführt, 643 fielen arabische Truppen in das Land ein und beendeten die Phase des Christentum. Anschließend wechselten sich diverse Volksgruppen bei der Besiedelung der Region am Kaspischen Meer ab.

    Flagge der Aserbaidschanischen SSRNach einer kurzen Besatzungszeit durch das Osmanische Reich, eroberte der russische Zar Peter I. im Russisch-Persischen Krieg 1723 Teile Aserbaidschans. Um 1870 wurde Erdöl entdeckt und wird seitdem dort gefördert. Nachdem das russische Zarenreich 1918 zerbrach wurde die kurzzeitig existierende Demokratische Republik Aserbaidschan gegründet, die bis 1920 Bestand hatte und 1922 gemeinsam mit Georgien und Armenien zur Transkaukasischen Sowjetunion zwangsvereinigt und in die UdSSR eingegliedert wurde. 1936 wurde diese Sowjetrepublik aufgelöst und es entstand auf dem Gebiet des heutigen Aserbaidschans eine eigenständige Sozialistische Sowjetrepublik.

    Wie in anderen Teilrepubliken der Sowjetunion auch, wurde die eigene Kultur gegenüber der russischen unterdrückt. 1988 meldete Armenien die Gebietsansprüche um Bergkarabach an. Hieraus entstand ein Konflikt, der auch nach der Unabhängigkeit von der Sowjetunion 1991 anhielt und 1992 in einem offenen Krieg endete. Seitdem ist die Region instabil, 2003 wurde İlham Əliyev Präsident und Nachfolger seines Vaters, die Wahlen galten als manipuliert und wurden von der OSZE scharf kritisiert.

    I wie International - Aserbaidschan ist unter dem Kürzel AZE seit 1993 Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees und nahm erstmals 1994 bei den Winterspielen in Lillehammer teil. Die erste Medaille holte der Ringer Namik Abdullajew im Ringen bei den Sommerspielen 1996 in Atlanta, 2000 in Sydney holte er sogar Gold. Im Ringen sowie im Judo und Boxen ist Aserbaidschan recht erfolgreich, insgesamt liegt Aserbaidschan mit vier Gold-, drei Silber- und neun Bronzemedaillen auf dem 57. Platz im Ewigen Medaillenspiegel. Bekanntester Aserbaidschaner im Ausland dürfte der ehemalige Schachweltmeister Garri Kasparow sein, der 1963 in Baku geboren wurde und nach seinem Rücktritt vom Schachsport als russischer Oppositionsaktivist tätig ist.

    Maidens TowerJ wie Jungfrauenturm - Der Jungfrauenturm "Qız Qalası" ist Teil der alten Stadtbefestigung von Baku und zugleich auch die bekannteste Sehenswürdigkeit der Stadt. Seinen Namen erhielt der Turm einer Legende nach durch eine Prinzessin, die sich vom Turm ins Meer herab stürzte, um so einer von ihrem Vater arrangierten Ehe mit einem nicht gewollten Mann aus dem Weg zu gehen. Seit dem Jahr 2000 gehört auch er zum Weltkulturerbe der UNESCO.

    K wie Kaspisches Meer - Das Kaspische Meer ist mit einer Fläche von 386.400 km² der größte See der Erde. Er liegt in einer Senke an der Grenze zwischen Europa und Asien und dehnt sich etwa 1.200 km von Nord nach Süd und ca. 300km von Ost nach West aus. Angrenzende Staaten sind neben Aserbaidschan Russland, Kasachstan, Turkmenistan und der Iran. Bemerkenswert ist, dass der Salzgehalt im Nordteil des Sees relativ gering ist, während er im Süden zum Teil bei 30% liegt.

    Unter dem Seeboden liegen die großen Reserven an Erdöl und Erdgas, nach Vermutungen von Geologen bis zu 50 Milliarden Barrel Öl, der Großteil davon liegt vor der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku. Der größte Zufluss des Sees ist die aus Russland kommende Wolga, Abflüsse gibt es nicht.

    L wie Länderinfo - Die allgemeinen Informationen zu Aserbaidschan, das Land hat etwa 9,1 Millionen Einwohner und dehnt sich auf einer Fläche von 86.600 km² (was etwas größer als Österreich ist) zwischen Russland im Norden, dem Kaspischen Meer im Osten, dem Iran im Süden und Armenien und Georgien im Westen aus. Zum Staatsgebiet gehört zudem noch die Exklave Nachitschewan (siehe Buchstabe N). Das Land befindet sich in der subtropischen Zone und weist höhenbedingt gravierende Temperaturunterschiede auf. Amtssprache ist das, mit dem Türkischen verwandte Aserbaidschanisch. Kfz- und Internetkürzel ist AZ.

    Metro Station in BakuM wie Metro - Ähnlich prunkvoll wie die U-Bahnhöfe in der russischen Hauptstadt Moskau ist auch das 1967 in Betrieb genommene U-Bahnnetz von Baku ausgestattet. Bis heute besteht ein 33 Kilometer langes Netz aus zwei Bahnlinien und 22 Stationen, die sich am U-Bahnhof 20 Yanvar treffen. Die Stationen sind mit allerlei schmuckvoller Architektur, Malereien und Kronleuchtern ausgestattet, Fahrten mit den U-Bahnen sind vergleichsweise preiswert, eine Einzelfahrt kostet 15 Qəpik. Bis zum Jahr 2040 sollen laut aserbaidschanischem Bauministerium rund 70 neue Stationen gebaut werden, die auch den internationalen Flughafen mit der Stadt verbinden sollen.

    N wie Nachitschewan - Die Autonome Republik Nachitschewan ist eine Exklave, die vom aserbaidschanischen Staatsgebiet getrennt zwischen Armenien, dem Iran und der Türkei liegt. Der Name des Gebietes leitet sich vom Begriff "Ort der Landung" ab, der Bezug auf die Landung von Noahs Arche am Berg Ararat nimmt. Das Gebiet, in dem vor allem reiche Erzvorkommen lagern, ist geographisch sehr hügelig und kaum mit dem Rest des Landes verbunden. Aufgrund des autonomen Status verfügt die Region über ein eigenes Parlament und eine eigene Verfassung.

    O wie Ortszeit - Das größte Problem für anreisende Eurovisionsfans und Delegationen aus Europa wird der enorme Zeitunterschied zu Mitteleuropa bzw. der britischen UTC sein. Wenn es in Deutschland 12 Uhr Mittags ist, ist es in Aserbaidschan bereits 15 Uhr. Entsprechend beginnt der Eurovision Song Contest dort erst um Mitternacht und endet gegen drei Uhr in der Nacht. Während der Probenwoche in Baku und der entscheidenden Shows Ende Mai werden sich viele an die Umstellung gewöhnen müssen. Für Daheimgebliebene ändert sich allerdings nichts, der Eurovision Song Contest beginnt weiterhin um 21 Uhr unserer Zeit.

    P wie Papiere - Wie das Auswärtige Amt meldet, benötigen deutsche Staatsangehörige ein Einreisevisum, das "vor Antritt der Reise bei der Aserbaidschanischen Botschaft in Berlin oder einer anderen aserbaidschanischen Auslandsvertretung beantragt werden muss". Informationen hierzu können bei der Botschaft im Internet abgerufen werden. Der einfache Personalausweis wird in Aserbaidschan nicht anerkannt. Reisende mit armenischem Stempel müssen mit längeren Wartezeiten rechnen. Die Grenze nach Armenien ist gesperrt.

    Zudem gibt das Auswärtige Amt weitere Hinweise, u.a. zum Thema Homosexualität: "Homosexualität ist zwar nicht ausdrücklich strafbar, es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass die Polizei ein homosexuelles Paar festsetzt und erst gegen Zahlung eines Geldbetrages wieder auf freien Fuß setzt." Auch einen Sicherheitshinweis gibt das AA: "Das Auswärtige Amt rät von Reisen in die Konfliktregion Berg-Karabach sowie die im Südwesten gelegenen Bezirke Agdam, Füsuli, Dschabrayil, Sangilan, Kubadli, Ladschin und Kalbadschar, insbesondere in die unmittelbar auf aserbaidschanischer Seite der Waffenstillstandslinie angrenzenden Gebiete ab. Hier muss mit Minen gerechnet werden. Auch kommt es an der Waffenstillstandslinie gelegentlich zu Schusswechseln."

    Q wie Qarabağ Ağdam - Der 1968 gegründete Fußballclub ist bereits vierfacher Meister der aserbaidschanischen Liga. Ursprünglich stammt er aus Ağdam in Bergkarabach, ist seit der Besetzung der Stadt durch Armenier jedoch in Baku ansässig. Nich nur dieser Verein, auch der deutsche Berti Vogts ist dort mittlerweile unterwegs, als Trainer der aserbaidschanischen Fußballnationalmannschaft, der eine Reise nach Aserbaidschan jedem empfiehlt. Die Spiele der Nationalmannschaft, deren größer Erfolg ein 4:0 gegen Liechtenstein war, werden im Tofiq- Bəhrəmov-Stadion ausgetragen, das auch um eine mögliche Song Contest-Ausrichtung im Gespräch ist. Am 7. Juni findet in Baku das EM-Qualifikationsspiel gegen Deutschland statt.

    R wie Rohöl - Als armes Land kann man Aserbaidschan angesichts seiner enormen Öl- und Gasvorkommen nicht nennen. Der aserbaidschanische Markt ist Umschlagsplatz für internationale Investoren, die die lokale Wirtschaft wachsen lassen, zuletzt um bis zu 35%. Seit 2006 existiert eine Pipeline von Baku über Tiflis in die türkische Hafenstadt Ceyhan. Durch eben jene Erlöse durch die Ölförderung soll in Aserbaidschan 2012 der größte Song Contest aller Zeiten stattfinden, wenn es nach dem oben beschriebenen Organisationskomitee geht, bis zu 100 Millionen Euro waren im Gespräch, wie hoch die Investitionen sein werden, wird es dann im Laufe des Jahres hier im Blog zu lesen geben.

    Saz-Spieler in BakuS wie Saz - Die Saz ist eine orientalische Form der Laute und ist das traditionelle Instrument von kaukasischen Barden. In Aserbaidschan ist die Dichtungsform der Aşık-Kultur weit verbreitet. Anfang des 16. Jahrhunderts wurden die ersten traditionellen Volksgeschichten entwickelt und mit musikalischer Begleitung der Saz dargeboten. Man findet sie auf Basaren, in der Altstadt von Baku und überall dort, wo Touristen ihre Zeit verbringen und gelten als wichtiger Bestandtteil der aserbaidschanischen Liedkunst.

    T wie Teppiche - "Von einem Teppich darf sich die aserbaidschanische Familie, so der Brauch, auch in Zeiten größter Not nicht trennen", heißt es in Erzählungen und genauso wird es in Aserbaidschan auch gehandhabt. Die Teppichknüpferei hat in dem Land eine lange Tradition, ebenso wie die Schafzucht. Aus Feigenblättern wurde der Farbton Ocker gewonnen, aus Safran Gold, aus Schalen des Granatapfels der Farbton Rotbraun. Mit Hilfe dieser Farbtöne entstehen die verschiedensten Muster und Ornamente. Heutzutage gehören Teppiche zu den beliebtesten und traditionellsten Mitbringseln aus dem Land des Feuers.

    U wie Uralt - Ob es vom schwarzen Tee, dem Chai und den typischen Teezeremonien kommt, ist nicht überliefert. Fakt ist jedoch, dass sowohl die Nachbarn aus Georgien als auch die Aserbaidschaner sich für hohes Lebensalter auszeichnen. Es ist demnach nichts Ungewöhnliches in den Regionen des Kaukasus, dass 80jährige auch noch voll in der Landwirtschaft tätig sind. Die wichtigsten Sektoren der Landwirtschaft sind die Schafzucht sowie der Anbau von Obst, Tabak und angesprochenem Tee.

    V wie Volksmusik - Weltbekannt und auch Teil der "Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit" der UNESCO ist Muğam, eine spezielle Form der Musik, die von Generation zu Generation weitergegeben wird. Die Ursprünge reichen bis ins Mittelalter zurück, dabei wird Musik mit einer Langhalslaute und einem Tamburin gespielt. Die Melodien enthalten sowohl klassisch-folkloristische als auch moderne Musikelemente. Auch die Vermischung mit anderen Musikarten wie Jazz oder Opernmusik ist keine Seltenheit mehr.

    Hyrcania-Mischwald an der aserbaidschanisch-iranischen GrenzeW wie Wald und Wiesen - Wer in den Regenwald möchte, muss nicht unbedingt nach Afrika oder Südamerika fahren, ein Trip nach Aserbaidschan reicht auch schon aus. Im Grenzgebiet zum Iran befindet sich der Hyrcania-Mischwald, ein in sich geschlossenes Ökogebiet mit beeindruckender Flora und Fauna. Hier lebte früher der Kaspische Tiger, der inzwischen ausgestorben ist, die gemäßigten Regenwaldgebiete bevölkern heute Braunbären, Luchse, Fischotter und auch Leoparden. Teile dieser eindrucksvollen Vegetation sind heute als Naturschutzgebiet deklariert.

    Ansonsten leben in Aserbaidschan auch Hyänen, Schakale, Hirsche sowie diverse Reptilien und Amphibien. Neben den hügeligen und teils bergigen Landstrichen, gibt es im Einzugsgebiet des Flusses Kura auch Tiefebenen, zu dem auch der oben angesprochene Hyrcania-Mischwald gehört. Der höchste Gipfel in Aserbaidschan ist der Sahdağ, der 4.243m misst.

    X wie Satz mit X - In Marco Polo-Reiseführern ist immer eine Kategorie "Bloß nicht" aufgelistet, mit Dingen, die man im jeweiligen Zielgebiet lieber unterlassen sollte. So gelten auch für Aserbaidschan einige Gesprächsthemen, die mit Vorsicht zu genießen und am besten ganz zu unterlassen sind. Insbesondere politische Themen wie der Karabach-Konflikt (siehe Y) oder Kritik an der Regierung sind zu vermeiden. Besonders sollte man in der Altstadt von Baku vor Trickbetrügern und Taschendieben auf der Hut sein.

    Nachts sollte man sich nach Möglichkeit nicht mehr in den Straßenzügen von Baku aufhalten, hier kann es trotz schöner Beleuchtung schnell gefährlich werden. Beim Taxifahren sollte zudem aufgepasst werden, dass man nur in mit einem violetten Schild ausgewiesene Taxis steigt. Derzeit ist das Verkehrsministerium damit beschäftigt, Taxifahrern zum einen neue Autos aus Großbritannien zu beschaffen, zum anderen sollen sie sich für den Personentransport während des Song Contests qualifizieren. Dazu gehören neben Drogen- und psychologischen Tests auch ein Benimmkurs und ein Zusatzkurs um Englischkenntnisse zu erlernen.

    Überlandfahrten sind nachts in jedem Fall zu vermeiden, insbesondere in den Grenzregionen und der Region um Bergkarabach ist auch mit Landminen zu rechnen. Dafür muss man keine Treibstoffknappheit befürchten, Dank der Ölreserven ist Treibstoff im Überfluss vorhanden, ein Liter Benzin kostet läppische 45 Cent.

    Y wie Yuxarı Qarabağ (Bergkarabach) - Ein viel besprochenes Thema, das ich eigentlich nur kurz anschneiden möchte. Der "Schwarze Garten", so die aserbaidschanische Bezeichnung für eine Region im Südosten von Aserbaidschan wird vornehmlich von Armeniern bewohnt und steht seit 1992 für den Hauptkonflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan.

    Völkerrechtlich wird die Region weiter als Teil Aserbaidschans gesehen, dennoch sind rund 20% des aserbaidschanischen Staatsgebietes von armenischen Truppen besetzt. Hauptstadt von Bergkarabach ist Stephanakert (aserb.: Xankəndi), das für das Denkmal Mamik & Papik bekannt ist, das Sirusho bei der Punktevergabe 2009 als Provokation ins Bild beim Eurovision Song Contest hielt. Eine Lösung im Konflikt scheint sich derzeit nicht anzubahnen.

    Z wie Zum Schluss - Ein Fazit zum Gastgeber des Eurovision Song Contest 2012 fällt schwer. Natürlich gibt es viele Dinge, die verbesserungswürdig sind und sauer aufstoßen mögen, etwa der hohe Grad an Korruption, belegt das Land nur den 134 von 178 Plätzen in der Statistik von Transparency International und trotz des Versprechens der Europäischen Rundfunkunion kann man davon ausgehen, dass der Wettbewerb nicht frei von politischer Einflussnahme sein wird.

    Dennoch gibt es, vor allem kulturell und landschaftlich viel zu entdecken im "Land des Feuers", Aserbaidschan ist mehr als nur Krisenherd im Kaukasus und Sitz von Ölmogulen, der Eurovision Song Contest ist ein guter Grund, sich von seiner besten Seite zu präsentieren und auch nachhaltig etwas zu verändern. Ein erster Schritt sind bereits die vereinfachten Visaformalitäten, über alle weiteren Entwicklungen in "Azərbaycan" werden wir hier in den kommenden Monaten stets berichten.

  • Düsseldorf: Was noch zu sagen wäre...

    Eurovision Song Contest 2011

    Deutschland Deutschland - Schritt für Schritt bzw. haba haba nähern wir uns dem ersten Semifinale am 10. Mai. Alle 38 Halbfinalisten haben jetzt eine 40minütige Probe hinter sich gebracht, 37 von ihnen haben sich auch auf einer Pressekonferenz dem Lob, der Kritik und den Fragen der Fans und Journalisten gestellt. Was uns noch einmal zu zwei Nationen des heutigen Tages führt, nämlich Israel und Weißrussland.

    Zunächst zu Dana International, die sich heute angeblich nicht fühlte und ihre Pressekonferenz und alle vereinbarten Termine absagte. Es geht weniger ums Absagen, aber die Art ihrer Darstellung und auch die, ja fast schon stümperhafte Probe, könnten ihr am Ende den Finaleinzug kosten. Galt sie bisher als sichere Finalistin, hat sie sich heute in Düsseldorf nicht nur Freunde gemacht. Fräulein probt am Samstag zum zweiten Mal und ich hoffe dann knallt's, sonst sehe ich schwarz.

    Die peinliche Pause, in der eigentlich die israelische Pressekonferenz hätte stattfinden sollen, wurde übrigens kurzerhand durch die georgische Gruppe Eldrine gestopft, die im Pressezentrum ein Spontankonzert mit einigen Evergreens gaben und von den Journalisten mit reichlich Applaus belohnt wurden. Das macht die Gruppe mit der neuen Leadsängerin und den sagenhaften Kostümen ("Alles in schwarz mit wirr aufgenähten giftgrünen Spulwürmern." Quelle: aufrechtgehn.de) doch gleich sympathischer.

    Pressekonferenz zwei, die Gesprächsbedarf bot war die der Weißrussen. Zunächst ging die PK ganz harmlos, wie die aller anderen Nationen los, Anastasia und ihre Delegation beantworteten brav sämtliche Fragen. Bis ein Journalist sie fragte, wie sie stolz darüber singen könnte, Weißrussland zu lieben, während Menschenrechte kaum geachtet und faktisch diktatorisch regiert werde. Von Brantislav Katic, dem PK-Moderator wurde ihr freigestellt, diese Frage zu beantworten. Sie antwortete sinngemäß, dass sie stolz auf die Geschichte und Kultur Weißrusslands sei.

    Komponist Evgeni Oleynik fragte zurück, ob der Journalist jemals in Weißrussland war um sich vor Ort von der Situation zu überzeugen. Ein weiteres Statement eines Wissenschaftlers stellte fest, dass es bereits diverse Beiträge gab, die das eigene Land besungen haben und es Sache der EBU ist, über Sanktionen zu entscheiden, die Künstler des Landes sollten aber auch wie Gäste behandelt und nicht ausgegrenzt oder für die politische Situation im Land verantwortlich gemacht werden.

    Den Abschluss bildete die Pressekonferenz der Brüder aus Irland, die auf die Frage, ob sie auch mal ausspannen und abschalten würden, klar mit "Nein" antworteten. Der Grund für ihren Redefluss und die Hyperaktivität sei im Moment wohl darauf zurückzuführen, dass man nicht das normale Sportprogramm absolvieren könne.

    Für alle Halbfinalisten geht es ab morgen in die zweite Probenrunde, dann hat jede Delegation nochmals eine halbe Stunde Zeit vor den Generalproben Veränderungen vorzunehmen und neue Abstimmungen auszuprobieren. Den Beginn macht wieder Magdalena Tul aus Polen, ihr folgen die Teilnehmer des ersten Halbfinals bis zur Startnummer 13, Daria Kinzer aus Kroatien. Wir erleben also, ob der Russe inzwischen den richtigen Gesangspfad eingeschlagen hat, die Kroatin ihr Kleid vielleicht noch einmal mehr wechseln kann und erfahren vielleicht auch, was die Frau bei den Türken im Käfig zu suchen hat.

    Von Dana International ist übrigens überliefert, dass sie nach der Probe mit einem dunklen Wagen ins Hotel zurückgefahren ist.

  • Düsseldorf: Technische Proben und Google-Ranking

    Eurovision Song Contest 2011

    Deutschland Deutschland - In drei Tagen beginnen die Proben für das erste Semifinale des Eurovision Song Contest in der Düsseldorfer Esprit Arena und nachdem sich heute der Hohn und Spott über den Druckfehler in den Begleitheften wieder gelegt hat, widmen wir uns einmal den technischen Proben für die große Show, für die derzeit rund 20 jugendliche Tanzschüler aus dem Raum Düsseldorf auf der Bühne aktiv sind.

    Technische Proben in Düsseldorf, hier für den Schweizer Beitrag"Für einen Tänzer ist das echt eine krasse Erfahrung.", sagte eine der, vom Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverband, ausgewählten Tänzerinnen. Sie choreographieren in etwa die Bewegungsabläufe der 43 Delegationen nach, damit die Technik und Beleuchtung bereits die richtigen Einstellungen für die Interpreten durchführen und speichern kann.

    "In dieser Woche proben die Düsseldorfer Tanzschüler. So können wir die Technik bereits optimal einstellen. Wenn dann ab der kommenden Woche die Delegationen mit den Proben beginnen, müssen diese nur noch performen.", so Ulrich Flug, stellvertretender Technikleiter des NDR. Weiter: "In dieser Woche wird alles so eintrainiert, dass der Ablauf bei jedem Stück sitzt und jeder Kameramann weiß, wann er welche Einstellung machen muss, damit die Künstler auch sehen, dass ihr Auftritt so dargestellt wird, wie sie es sich vorstellen."

    Während in Düsseldorf letzte Einstellungen vor den Proben durchgeführt werden, weckte eine Meldung über den Internetkonzern Google mein Interesse und gleichzeitig meine Skepsis. Die Suchmaschine, die in den letzten beiden Jahren nach einem eigenen Verfahren die beiden Sieger Alexander Rybak und Lena Meyer-Landrut vorausgesagt hat, legt sich in diesen Tagen wieder auf Lena fest, die laut Google ihren Titel verteidigen könnte.

    Google sieht Lena wieder vorne"Das kann sich allerdings noch verändern.", erklärte Google-Sprecher Stefan Keuchel das aktuelle Meinungsbild. Maßgebend für die Prognose von Google ist die Anzahl der Suchabfragen, nicht berücksichtigt wurden dabei die Suchabfragen nach der Teilnehmerin aus dem eigenen Land. Bis zum 14. Mai wird diese Liste stetig aktualisiert. Derzeit würde Lena wie erwähnt mit 162 Punkten vor Jedward aus Irland siegen.

    Der Franzose Amaury Vassili käme vor Eric Saade und Dana International auf Rang drei. Weitere Favoriten wie Aserbaidschan (Platz 16) Kati Wolf (Platz 19) und Nadine Beiler (Platz 34) liegen außerhalb der sonst gängigen Prognosen. Auf dem letzten Platz mit jeweils null Punkten verweilen Senit aus San Marino und Christos Mylordos aus Zypern.

  • Südafrika: Ein Wort zur Spülstatistik

    Südafrika Südafrika - Ein Thema, dass ich in den 3½ Jahren dieses Blogs noch nicht angeschnitten habe: den Wasserverbrauch. Nicht die zur Dehydration führenden Außentemperaturen von 31°C im Schatten (aktueller Messwert meines Thermometers) sondern große Fernsehereignisse, wie das heute um 16 Uhr im Green Point Stadion von Kapstadt stattfindende Spiel der deutschen Nationalelf gegen die Mannschaft aus Argentinien, sorgen bei den Wasserwerken in der gesamten Republik für Anspannung.

    "In den Pausen und nach Spielschluss rennt die ganze Stadt auf's Klo, denn während des Spiels will keiner etwas verpassen. Wenn dann alle gleichzeitig den Spülknopf drücken, werden zusätzliche Pumpen dazugeschaltet. Da muss man aber vorsichtig sein, sonst kann der starke Druck zu Rohrbrüchen führen.", sagt Stephan Natz, Sprecher der Berliner Wasserbetriebe.

    Sowohl die Pausen und der Abpfiff bei Fußballspielen, als auch der deutsche Sieg beim Eurovision Song Contest ließ den Wasserverbrauch akut ansteigen, um den Bogen zum Grand Prix zu bekommen: "Die Lena-Kurve hatte auch einen ganz schönen Ausschlag.", damit sei der Wert unmittelbar nach dem Finale gemeint. Jedes Jahr steigt der Wasserbrauch während dem "Wort zum Sonntag" vor und nach dem Eurovision Song Contest in Deutschland rasant an, in diesem Jahr aber besonders.

    Auch ein historischer Einblick in das Spülverhalten der Deutschen wurde gewährt: "In den Zeiten von Hans-Joachim Kulenkampff gehörte eine Programmzeitschrift zur Pflichtlektüre eines jeden Wasserwerkers. Er musste ja wissen, wann er die nächste Pumpe anschmeißen musste." Zur damaligen Zeit war die Fernsehlandschaft noch nicht so vielfältig, nach dem Ende einer großen TV-Show waren die Arbeiter in den Wasserwerken stets in Alarmbereitschaft.

    In diesem Sinne, der Programmtipp:
    Sa. 3. Juli - 16:00 Uhr - ZDF
    Fußball-Weltmeisterschaft 2010
    Deutschland Deutschland vs. Argentinien Argentinien
    live aus dem Green Point Stadium in Kapstadt
    im Anschluss: Highlights mit Katrin Müller-Hohenstein und Oliver Kahn

  • Jimmy Jump offenbar für 15.000 Kronen engagiert

    Eurovision Song Contest 2010

    NorwaySpanien Norwegen/Spanien - Angeblich soll ein norwegischer Geschäftsmann Jaume Marquet Cots, der unter seinem Pseudonym Jimmy Jump bereits zweifelhaftenm Ruhm erlangt hat, 15.000 norwegische Kronen dafür geboten haben, den Eurovision Song Contest in Oslo zu stören, was dieser auch erfolgreich getan hat.

    Jimmy Jump unterbrach den spanischen Beitrag beim Song Contest 2010Jimmy Jump, der spätestens seit dem EM-Spiel Griechenland-Portugal 2004 bekannt ist, als er mit einem T-Shirt mit der Aufschrift "Tibet is not China" auf den Rasen stürmte, lief während des spanischen Beitrags von Daniel Diges auf die Bühne, bis er von Security-Leuten von der Bühne gedrängt und später zur Polizei nach Sandvika gebracht wurde. Diges sagte nach der Show: "Ich war verwirrt und hatte Angst, dass er eine Waffe hatte.", nach außen hin, nahm er den Zwischenfall jedoch gelassen.

    Seinem Landsmann droht laut norwegischer Polizei nun ein Bußgeld von umgerechnet 150 Euro sowie, nach norwegischer Gesetzeslage, ein längeres Einreiseverbot für Norwegen. Gegen eine Kaution von 1.800 Euro befindet er sich mittlerweile wieder auf freiem Fuß. Nach eigener Aussage: "Ich tue niemanden etwas, laufe nie nackt. Es tut mir leid, wenn mich jemand nicht versteht. Es sind keine kriminellen oder gewalttätigen Aktionen, es ist einfach nur Spaß."

  • Italien: Ramsch für's deutsche Fernsehen

    L'Eurofestival

    Italien Italien - Ohne hier eine diplomatische Krise herbeiführen zu wollen, aber ich glaube das Zitat des Altmeisters des italienischen San Remo-Festivals kann man nicht einfach unkommentiert stehen lassen. In einer italienischen Talkshow äußerte sich der dreizehnfache Moderator des San Remo-Festivals, Pippo Baudo, kürzlich nicht nur abwertend über den Eurovision Song Contest, sondern auch über das deutsche Fernsehen.

    Baujahr 1936: Pippo Baudo, der Berlusconi im italienischen MusikgeschäftIn Bezug auf den Eurovision Song Contest, dem die italienische Rai seit 13 Jahren erfolgreich aus dem Weg geht, sagte Baudo: "er hat keinen Erfolg. Es ist einfach nur Ramsch für das deutsche Fernsehen! (...) das deutsche Fernsehen produziert nur Programme für Idioten." Worte eines frustrierten alten Mannes, den die Rai immer noch beschäftigt und es offensichtlich nicht wahrhaben möchte, dass der ESC mit über 100 Millionen Menschen zu den erfolgreichsten Showformaten der Welt gehört und der Vorläufer, das San Remo-Festival es gerade mal bis Albanien geschafft hat.

    Italien sollte versuchen, sich der alten Männer dieses Schlags im Fernsehen zu entledigen. Zudem leidet die italienische Traditionsveranstaltung selbst seit Jahren unter neuen Regeln und Quotenschwund. Einen Versuch, den Eurovision Song Contest zurück ins italienische Gedächtnis zu rufen, unternahm die Moderatorin Raffaella Carrà 2008, als sie in ihre Show Teilnehmer des Wettbewerbs von Belgrad einlud.

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