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Interview

  • Exklusiv: Magdalena Tul im Interview!

    Interview - Eurovision Song Contest 2011 

    Polen Polen - Sie wurde 1980 in Danzig geboren und ist nach Paradise Oskar, Stella Mwangi, Witloof Bay und Musiqq die fünfte Interpretin vom diesjährigen Eurovision Song Contest, die sich unserem Kreuzverhör gestellt hat: Magdalena Tul. Sie trifft im Interview einige interessante Aussagen zum Wettbewerb in Düsseldorf und nimmt am 10. Mai auf eigenen Wunsch mit der Startnummer eins am ersten Semifinale teil.

       "Wenn jemand den Song genießt, wird er dafür auch anrufen..."

    Hey Magdalena. Erzähl uns doch zunächst ein bisschen über deine musikalische Karriere.
    Ich bin eine polnische Sängerin, die bereits einige Jahre Erfahrungen im Musicaltheater hat, aber auch mit öffentlichen Auftritten und Studioaufnahmen. In Polen kennt man mich vor allem durch die Unterhaltungsshow "Name That Tune" [Anm.: vergleichbar mit "Hast du Töne?" mit Matthias Opdenhövel, Anfang der 2000er auf VOX], wo ich einige bekannte Songs gesungen habe. Ich habe ein Album auf Englisch aufgenommen: V.O.H. - The Victory Of Heart. Der Song "Jestem" ("Ich bin") ist einer meiner letzten Ergebnisse und ich hoffe, dass ich demnächst mit dem zweiten Album anfangen kann.

    Wann kam es dazu, dass du dich für den polnischen Vorentscheid angemeldet hast?
    Von der Teilnahme am Eurovision Song Contest träume ich schon seit vielen Jahren, auch schon, als es mir noch nicht möglich war, dieses Ziel zu erreichen. Als der Sender Veränderungen im Regelwerk gemacht hat und eine öffentliche Ausschreibung angekündigt hat, kam mein Traum in greifbare Nähe.

    Magdalena TulUnd dann?
    Schon im ersten Anlauf war das Lied ein Erfolg, denn es hat die Top Ten erreicht. Danach habe ich es viele Male probiert, doch nur in diesem Jahr hat das Komitee meine Arbeit gewürdigt. Zurückblickend, denke ich, dass es nur jetzt genau die richtige Zeit ist. Und wie man sieht, braucht alles nur seine Zeit.

    Worum geht es in deinem jetzigen Lied?
    Es ist ein sehr dynamischer Song, eine Mischung aus Pop, R&B und Rock. Der Text dreht sich um das Verhältnis zwischen Mann und Frau. Er zeigt eine Frau, die ein unerreichbares Objekt für die männliche Faszination ist. Es zeigt eine Frau auf, die stark, unabhängig und selbstbewusst ist. Und um nichts anderes geht es in "Jestem", es bedeutet einfach "Hier bin ich!".

    Eine Menge Länder versuchen auf Englisch Erfolg zu haben. Warum wirst du beim Song Contest auf Polnisch singen?
    Der Song wurde auf Polnisch geschrieben und ich habe diese Version beim Vorentscheid gesungen. Nach dem Sieg habe ich überlegt zu Promotionzwecken eine englische Version aufzunehmen. Aber erst eine Woche vor dem offiziellen Einsendeschluss habe ich die leicht veränderte Version auf Englisch für Düsseldorf zu hören bekommen.

    Ich hatte nicht viel Zeit über diese Entscheidung nachzudenken und habe die Einsendung zugunsten der polnischen Version rechtzeitig zurückgezogen. Meine Intuition hat mir dazu geraten, aber auch Emails von Fans haben mir dabei geholfen, diese Entscheidung zu treffen. Wie ich schon in anderen Interviews gesagt habe, ist dies eine gute Möglichkeit meine eigene Sprache zu präsentieren.

    Es war eine gute Entscheidung. Wie war denn die Zeit beim polnischen Vorentscheid für dich?
    Es war eine wunderbare neue Herausforderung für mich. Und vor allem ist es jetzt eine große Ehre für mich, mein Heimatland zu vertreten.

    Hast du noch vor irgendetwas an deinem Auftritt zu ändern?
    Nein, eigentlich habe ich nicht vor, noch etwas daran zu ändern.

    Worauf freust du dich in Düsseldorf am meisten?
    Ich mache gerade die Erfahrung, dass es großartig ist, an so einem großen Projekt mitzumachen. Ich kann es kaum erwarten zu proben und bei der Show auf der Bühne zu stehen.

    Warst du vorher schon in Deutschland?
    Ja, zweimal als kleines Kind und einmal im vergangenen Jahr. Da war ich in Berlin.

    Hast du dir deine Konkurrenz schon angehört?
    Ich habe die meisten Lieder schon angehört und jede Komposition beinhaltet irgendetwas, dass mir wirklich gefällt. Ich muss zugeben, dass sie alle qualitativ sehr hochwertig sind.

    Magdalena TulAlso ist dein Interesse geweckt?
    Es ist schwer für mich, in diesem Fall objektiv zu bleiben, weil ich zum ersten Mal überhaupt aus verschiedenen Gründen so an dem Wettbewerb interessiert bin, aber ich kann mir schon vorstellen, dass einige der Lieder das Zeug und die Chance zu einem Welthit haben.

    Wie würdest du denn dann deine Beziehung zum Song Contest in den letzten Jahren beschreiben?
    Leider bin ich auf diesem Gebiet nicht so bewandert, wie einige Eurovisionsfans, aber einige Künstler wie ABBA, Céline Dion oder Lena aus dem letzten Jahr, vergisst man natürlich nicht so schnell. Ihr Lied war sofort ein Hit! In Polen bleibt natürlich Edyta Górniak die unbestrittene Königin der Eurovision.

    Was passiert jetzt bei dir noch, bis der Wettbewerb so richtig losgeht?
    Ich habe das Konzert in Amsterdam besucht, außerdem werde ich noch nach Griechenland fahren. Ich konzentriere mich aber mehr auf die Vorbereitungen und die Performance. Ich plane deshalb keine große Promotiontour. Ich denke, dass jemand, der sich einfach gut unterhalten fühlt und den Song genießt, auch dafür anrufen wird. Und falls nicht, wird auch keine Tour helfen.

    Was wäre das Erste, was du im Falle eines Sieges tun würdest?
    Oh, das weiß ich wirklich nicht... ich würde wahrscheinlich meine Mutter anrufen. ;)

    Ein Blick in die Zukunft: Hast du schon Pläne für die Zeit nach dem Song Contest?
    Ich hoffe, dass ich wie gesagt mein zweites Album aufnehmen kann und dass ich die Möglichkeit bekomme, eine Menge Konzerte zu spielen. Ich arbeite hart daran, weil ich jetzt weiß, dass meine Träume wahr werden können.

    Die obligatorische letzte Frage, möchtest du unseren Lesern noch etwas mitteilen?
    Ich bin wirklich sehr erfreut darüber, dass ich euch etwas von mir erzählen konnte. Ich wünsche eurem Land alles Gute und einen wunderbaren Song Contest. Ich hoffe, dass euch auch mein Lied "Jestem" in Düsseldorf gefallen wird. Man sieht sich... hoffentlich im Finale! ;)

    Musikalische Grüße aus Polen.
    Vielen Dank aus Deutschland.

    Magdalena Tul - Jestem

  • Exklusiv: Musiqq im Interview!

    Interview - Eurovision Song Contest 2011

    Lettland Lettland - Die nächsten Interpreten aus dem diesjährigen Jahrgang, die Zeit gefunden haben, unsere Fragen zu beantworten sind Marats Ogļezņevs und Emīls Balceris aus Lettland, die gemeinsam das Duo Musiqq bilden. Sie nehmen am 12. Mai mit dem Titel "Angel in disguise" am zweiten Semifinale des Eurovision Song Contest in Düsseldorf teil.

        "Wir konzentrieren uns voll uns ganz auf den Wettbewerb"

    Hey ihr zwei, erzählt uns doch zunächst einmal ein bisschen von euch.
    Hi Nils und alle Eurofire-Leser! Wir sind Marats Ogļezņevs und Emīls Balceris von Musiqq aus Lettland und wir werden den Song "Angel in disguise" beim Eurovision Song Contest singen.

    Musiqq ist ein relativ neues Musikprojekt, mit dem wir 2009 begonnen haben, als Marats Emils im Fernsehen gesehen hat, als dieser in einer TV-Show über seine Teilnahme an einem Musikwettbewerb in Bulgarien berichtet hat. Marats mochte seine Stimme und hat ihn gefragt, ob er bei Musiqq mitmachen wolle. Bereits während des ersten Treffens wurde von fünf Songs eine Demoversion aufgenommen.

    Wie kam es dazu, dass ihr euch beim lettischen Vorentscheid beworben habt?
    Wir haben uns überlegt, dass die Eurovision eine großartige Möglichkeit ist, unser Land zu repräsentieren und anderen Ländern zu zeigen, zu was lettische Interpreten im Stande sind. Also haben wir den Song "Angel in disguise" geschrieben und bei der Eirodziesma, dem lettischen Vorentscheid eingereicht.

    Worum geht es in dem Lied? Basiert der Text auf einer wahren Gegebenheit?
    Es ist ein ungewöhnlicher Lovesong. Wenn man sich den Text genauer betrachtet, fallen einem womöglich die Wortspiele darin auf. Wir wollten damit gezielt verhindern, dass wir keinen sonst so typischen Lovesong singen.

    MusiqqWie war es dann schließlich beim Vorentscheid?
    Wir haben teilgenommen um den Vorentscheid zu gewinnen. Insofern sind wir ziemlich glücklich und zufrieden mit dem Ergebnis und wir möchten uns wirklich beim Sender LTV bedanken, dass sie uns bei der Umsetzung und auch während des Vorentscheids so gut unterstützt haben.

    Habt ihr vor, noch etwas am Arrangement zu verändern?
    Es ist zu spät um jetzt noch etwas wirklich Großes zu verändern. Aber in unserer Version für den Eurovision Song Contest werden wir ein paar Kleinigkeiten abändern.

    Worauf freut ihr euch beim Eurovision Song Contest am meisten?
    Wir freuen uns einfach darauf, eine gute Zeit in Deutschland zu haben, verschiedene Orte und Menschen kennenzulernen, eine gute Performance abzuliefern und zu sehen, wohin uns das alles führt. Wir waren beide vorher schon einmal in Deutschland. Emils hat dort an verschiedenen Gesangswettbewerben teilgenommen und Marats war in Berlin.

    Habt ihr schon die Beiträge der anderen Länder gehört?
    Ja, wir haben die anderen Lieder schon alle gehört. Uns gefallen vor allem Deutschland, Estland, die Niederlande, Russland am meisten, aber auch noch einige mehr...

    Wie würdet ihr euren Bezug zum Song Contest in der Vergangenheit beschreiben? Habt ihr den Wettbewerb regelmäßig verfolgt?
    Wir haben den Eurovision Song Contest seitdem Lettland daran teilnimmt immer gesehen. Es ist eine ziemlich unterhaltsame Show. Zu unseren Favoriten gehören ABBA, Alexander Rybak und natürlich auch unsere eigenen Interpreten, Brainstorm und Marie N.

    Was habt ihr jetzt noch vor, bis es in Düsseldorf wirklich ernst wird?
    Wir werden gemeinsam mit unseren Backgroundsängern unsere Performance ausarbeiten um dann auch wirklich für die Song Contest-Bühne gewappnet zu sein. Außerdem können uns die Fans am 9. April in Amsterdam und am 22. April in Belgien sehen.

    MusiqqEine hypothetische Frage: Was wäre das Erste, das ihr machen würdet, falls ihr den Wettbewerb gewinnt?
    Das wäre ein wirklich riesiges Ding! Wir würden fernab von allen Leuten irgendwo in Ruhe darüber nachdenken, was gerade passiert ist, denke ich.

    Habt ihr schon Pläne die über den Song Contest hinausreichen?
    Das Songschreiben ist ein Prozess, der die aufhören wird. Wir schreiben unsere Songs selbst, aber wir planen vor dem Song Contest keine weiteren Lieder, aber nach dem Wettbewerb, kann man mehr zu Touren und weiteren Veröffentlichungen sagen. Im Moment konzentrieren wir uns voll und ganz auf die Vorbereitungen für die Eurovision.

    Wollt ihr zum Abschluss noch ein Wort an unsere Leser richten?
    Danke für eure Zeit! Es war ziemlich lustig mit dir zu reden! Hoffen wir, dass der beste Song gewinnt!


    Musiqq - Angel in disguise

  • Exklusiv: Benoît von Witloof Bay im Interview!

    Interview - Eurovision Song Contest 2011

    Belgien Belgien - Benoît Giaux, Komponist, Autor und Mitglied der belgischen Formation Witloof Bay hat sich ebenfalls unseren Fragebogen vorgenommen und erklärt uns die Hintergründe der Teilnahme am belgischen Vorentscheid, die Karriere von Profi-Beatboxer Senjka Danhieux alias RoxorLoops und warum man einen plötzlichen Ausfall des Halb-Playbacks in Düsseldorf nicht fürchten müsse.

                                     "Der Song ist 100% a capella!"

    Hey Benoît, wer genau verbirgt sich hinter Witloof Bay?
    Die Mitglieder von Witloof Bay kommen aus allen Teilen Belgiens, aus fünf verschiedenen Provinzen in Flandern, Brüssel und Wallonien. Wir sind also eine "richtige" belgische Gruppe. Wir haben vor sechs Jahren zusammen angefangen. Wir wollen eine A capella-Popgruppe schaffen und wir alle haben einen klassischen musikalischen Hintergrund, mit Ausnahme von RoxorLoops, unserem Weltmeister-Beatboxer.

    Wir kannten uns von anderen musikalischen Projekten. Wir geben seit über vier Jahren Konzerte in Belgien, treten aber auch bei großen Festivals in Frankreich, Deutschland, der Schweiz, Italien, Schweden und Großbritannien auf. In diesem Jahr werden wir außerdem in Finnland, Estland, Österreich und Argentinien auftreten.

    Wer von euch kam auf die Idee, am belgischen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest teilzunehmen?
    Florence, die Altstimme in unserer Band kam auf diese Idee. Wir haben etwas weniger als eine halbe Stunde darüber diskutiert und haben Anfang Oktober die Entscheidung getroffen. Wir hatten bereits den Anfang eines neuen Songs, der zum Wettbewerb passte und ich habe ihn schnell fertiggestellt, damit wir ihn innerhalb der Zeitspanne einreichen konnten.

    Wie würdest du euren Song beschreiben?
    Der Song ist 100% a capella. Wir benutzen keine Instrumente und werden in Düsseldorf ohne Playback-Unterlegung auftreten. Das Thema unseres Liedes ist ziemlich einfach und trotzdem ziemlich tiefgründig. Was auch immer du tust, mach eines einfach mit "Liebe"!

    Witloof Bay gewannen den belgischen VorentscheidUnd wie waren deine Eindrücke beim nationalen Vorentscheid?
    Es ist schwierig zu beschreiben. Wir wussten, dass unser Song ziemlich speziell ist und wir waren davon überzeugt, dass wir nicht gewinnen werden, eben weil unser A capella-Pop so anders ist. Aber am Ende hatten wir mit maximaler Punktezahl der Juroren und der Zuschauer gewonnen. Das konnten wir zunächst überhaupt nicht fassen. Na ja und jetzt stehen wir hier. :)

    Wird es noch Veränderungen am Song geben?
    Ja, wir haben einige Teile des Liedes neu geschrieben und den kompletten Song erneut aufgenommen. Den neuen Videoclip kann man bereits sehen, die Single steht ab 5. April bei iTunes zur Verfügung.

    Was werdet ihr jetzt bis zum Song Contest noch machen?
    Wir haben noch verschiedene Konzerte in Frankreich, den Niederlanden und Belgien auf dem Plan. Wir hoffen, dass wir noch einige weitere Promotiontrips durchführen können. Aber das liegt zum Großteil auch in den Händen des Produktionsteams des wallonischen Fernsehens.

    Habt ihr schon einige andere Lieder aus diesem Jahr gehört?
    Jaaa, es ist wirklich ziemlich aufregend, Teil eines so großen Events zu sein. Einige Interpreten sind wirklich wunderbar und wir sind wirklich stolz, mit ihnen eine Bühne zu teilen.

    Zum Eurovision Song Contest selbst: wie groß ist eure Verbindung zum Wettbewerb?
    Die meisten von uns verfolgen ihn jedes Jahr. Das ist aber eigentlich auch schon alles. Auf der anderen Seite hat RoxorLoops mit einer anderen Gruppe schon einmal versucht daran teilzunehmen, er wurde jedoch nicht ausgewählt. Nicolas hat den Song von Chloé geschrieben, die vor zwei Jahren am Junior Eurovision Song Contest teilgenommen hat.

    Und wer sind eure All-Time-Favourites?
    ABBA 1974, dann natürlich Sandra Kim 1986, Alexander Rybak, Céline Dion und viele andere. Es gab bereits soooo viele gute Songs im Wettbewerb.

    Worauf freust du dich beim Eurovision Song Contest am meisten?
    Darauf, dass A capella-Musik in Zukunft mehr Aufmerksamkeit der Medien erhält.

    Witloof Bay haben einen strammen Terminplan 2011Wie sehen eure Pläne für die Zeit nach dem Song Contest aus?
    Wir arbeiten momentan an einem neuen Album (unserem zweiten), das nur aus Original-Liedern besteht. Wir planen, es nach dem Wettbewerb zu veröffentlichen. Außerdem haben wir ein sehr volles Tourprogramm, das Finnland, Argentinien, Estland, Frankreich, Österreich und natürlich Belgien einschließt. Wir würden uns freuen, noch mehr Konzerte auf der ganzen Welt für A capella- und Eurovisionfans spielen zu dürfen.

    Zum Abschluss: hast du noch eine Nachricht an unsere Leser?
    Ich hoffe, dass euch unser Song gefällt. Wir wissen, dass er anders ist. Wir werden ihn live und ohne irgendeine Art von Playback hören werdet. Vielen Dank für's Lesen und wir warten bereits darauf für euch bei diesem wunderbaren Wettbewerb in Düsseldorf singen zu dürfen.

    Witloof Bay - With love

  • Exklusiv: Stella Mwangi im Interview!

    Interview - Eurovision Song Contest 2011

    Norway Norwegen - Als zweite Teilnehmerin des 56. Eurovision Song Contest hat sich auch Stella Mwangi an unseren Fragebogen gesetzt und ihn beantwortet. Stella wurde 1986 in der kenianischen Hauptstadt Nairobi geboren und gewann mit rund 125.000 Stimmen Vorsprung den Melodi Grand Prix in ihrer neuen Heimat Norwegen.

    In Norwegen ist sie auch unter dem Namen STL und für Hip-Hop-Musik bekannt. Mit ihrem Song Contest-Titel "Haba haba", der auch einen Refrain in Suaheli beinhaltet, steht sie derzeit an der Spitze der norwegischen Charts vor Musikgrößen wie Lady Gaga, Bruno Mars oder Rihanna.

                           "Ich hatte plötzlich ein Bauchgefühl"

    Hallo Stella. Stell dich doch bitte einmal kurz vor.
    Oh, wo soll ich da anfangen? Ich wurde in Kenia geboren und ging dann mit meiner Familie nach Norwegen, als ich fünf Jahre alt war. Ich war bereits ziemlich früh sehr musikbegeistert und als ich dann acht Jahre alt war, habe ich angefangen mit meinen Geschwistern afrikanische Songs an verschiedenen Schulen und auf Veranstaltungen zu singen.

    Stella MwangiWann hast du deinen ersten Song geschrieben?
    Meinen ersten Rap-Song habe ich mit elf Jahren geschrieben und seitdem bin ich auch in der Hip-Hop-Szene in Norwegen aktiv. Ich habe 2008 mein Debütalbum veröffentlicht und alles weitere ist Geschichte. Für mehr Informationen könnt ihr auch meine Website anschauen.

    Wie kam es dann dazu, dass du dich beim Melodi Grand Prix beworben hast?
    Ich war schon immer ein großer Fan vom Eurovision Song Contest. Meine Familie hat ihn mit mir immer geschaut, als ich noch jünger war. Ich erinnere mich, dass ich mir irgendwann einmal geschworen habe, selbst eines Tages auf einer Bühne wie die des Song Contests zu stehen. Aber ich habe auf die richtige Gelegenheit gewartet. Als ich den Song Contest in Oslo im vergangenen Jahr gesehen habe, hatte ich plötzlich ein Bauchgefühl, dass mir gesagt hat, dass dieser Zeitpunkt jetzt gekommen ist und hier bin ich. :)

    Kannst du uns etwas über deinen Song und den Vorentscheid verraten?
    In "Haba haba" geht es darum, jeden Schritt den man auf dem Weg zu seinem Ziel macht, zu würdigen. Der Refrain ist auf Suaheli, haba haba hujaza kibaba. Auf Deutsch heißt es so viel wie "Stück für Stück füllt sich das Maß". Beim Vorentscheid war ich so begeistert! Ich kann es gar nicht erwarten, in Düsseldorf zu landen und Europa zu zeigen, was Norwegen zu bieten hat. Alles ist möglich.

    Stella MwangiWird es im Vergleich zu deinem Auftritt beim Melodi Grand Prix Veränderungen bei der Performance oder dem Arrangement geben?
    Oh ja, ich werde noch etwas wirklich Spezielles für die Eurovisionsfans überlegen und hinzufügen. Im Moment bin ich die meiste Zeit im Studio und arbeite an meinem neuen Album. Ich würde liebend gerne noch einige Promotiontrips in andere Länder machen und ihnen meinen Haba-Dance beibringen. :)

    Worauf freust du dich beim Eurovision Song Contest am meisten?
    Darauf, die vielen anderen Künstler kennenzulernen und natürlich darauf meinen Song "Haba haba" zu performen. Ich habe noch keine anderen Beiträge aus diesem Jahr gehört, aber das werde ich bald schon nachholen.

    Und was ist dein Lieblingsbeitrag aus früheren Jahrgängen?
    Ich mag Amina mit "Le dernier qui a parlé" von 1991.

    Wie wird es für dich nach dem Song Contest weitergehen?
    Yeah, erst einmal werde ich mein Album veröffentlichen und ich hoffe, dass ich danach eine Tour durch Europa machen kann. Ich liebe es für die Musik zu leben. Für die täglichen Updates könnt ihr auch hier klicken. Eine große Umarmung für euch alle!

    Danke für das Interview Stella.


    Stella Mwangi - Haba haba

  • Exklusiv: Paradise Oskar im Interview!

    Interview - Eurovision Song Contest 2011

    Finnland Finnland - Am Samstag hat er noch beim finnischen Vorentscheid gesungen - und gewonnen - heute beantwortet er unseren obligatorischen Song Contest-Fragebogen und ist damit der erste Teilnehmer von Düsseldorf, der unseren Zehn-Punkte-Plan bearbeitet. Ob weiterere Teilnehmer folgen hängt von der Erreichbarkeit der Interpreten und dem guten Willen ab, unsere Fragen auch zu beantworten. In diesem Sinne freuen wir uns zunächst einmal über das Interview mit dem 19jährigen Paradise Oskar aus Finnland.

          "Es ist ziemlich einfach, sich für den Euroviisut anzumelden"

    Hey Axel, erzähl uns ein bisschen über dich.
    Mein Name ist Axel Ehnström, beim Eurovision Song Contest auch als Paradise Oskar bekannt. Ich bin ein Singer/Songwriter aus Südfinnland. Ich habe mit etwa 10 Jahren angefangen Musik zu machen und studiere heute Musik am Pop & Jazz Konservatorium in Helsinki. Ich hatte vorher noch keine große Musikkarriere, die meiste Zeit habe ich für mich selbst gespielt und geschrieben.

    Wie kam es dazu, dass du dich für den Song Contest beworben hast?
    Ich hatte einen Song in meiner Schublade, der mir sehr gefiel und habe festgestellt, dass es ziemlich einfach ist, sich für den 'Euroviisut' in Finnland anzumelden, also habe ich entschieden, dass es sich doch lohnt.

    Worum geht es in deinem Lied "Da da dam"?
    Mein Song erzählt eine Geschichte über ein Kind, dass sich dazu entschließt, die Welt vor Umweltproblemen zu schützen, weil die Erwachsenen so naiv und blauäugig sind, um etwas zu unternehmen. Grundsätzlich soll der Song die Leute dazu bringen, ein wenig über ihre Taten nachzudenken.

    Wie genau lief es beim finnischen Vorentscheid ab?
    Ich hatte eine Menge spaß beim nationalen Vorentscheid. Es wird keine größeren Veränderungen an meinem Auftritt für den Eurovision Song Contest in Düsseldorf geben. Ich hatte aber noch keine Zeit, mehr zu planen, außer weitere Songs zu schreiben um sie so gut und schnell wie möglich aufzunehmen.

    Hast du schon ein paar von den anderen feststehenden Liedern gehört?
    Ich habe das norwegische und das irische Lied gehört. Die unterscheiden sich aber beide ziemlich von meinem Lied. Ich war nie ein riesen Fan vom Eurovision Song Contest, aber ich habe den Wettbewerb immer mehr oder weniger interessiert verfolgt.

    Worauf freust du dich beim bevorstehenden Song Contest am meisten?
    Darauf, meinen Song vor so vielen Leuten zu spielen und auf die Leute, die mir dabei zuhören werden.

    Gibt es Lieblingslieder in Bezug auf den Song Contest von dir?
    Mein Lieblingstitel ist aller Wahrscheinlichkeit nach der dänische Beitrag von 1961 - "Angelique", der von Dario Campeotto gesungen wurde.

    Hast du schon weiterreichende Pläne?
    Mein Plan ist es weiter so gute Songs wie möglich zu schreiben und sie zu veröffentlichen, wenn ich die Möglichkeit dazu bekomme.

    Hast du abschließend noch eine Message für unsere Leser?
    Denkt immer daran, was hinter der Oberfläche steckt und urteilt nicht über ein Buch, wenn du nur das Cover kennst.

    Danke Axel!

    Paradise Oskar tritt am 10. Mai im ersten Halbfinale des Eurovision Song Contest an, in dem Deutschland nicht stimmberechtigt ist. Hier noch einmal sein Auftritt beim finnischen Vorentscheid vom vergangenen Samstag:


    Paradise Oskar - Da da dam

  • Exklusiv: Tomáš Bezdeda nach dem Eurosong!

    Tomáš Bezdeda im Interview

    Slowakei Slowakei - Er hat es wieder geschafft, Tomáš Bezdeda qualifizierte sich am Freitag für die nächste Runde des slowakischen Vorentscheides für den Eurovision Song Contest 2010 in Oslo, den "Eurosong". Bereits im vergangenen Jahr nahm er mit "Každy z nás" an der Endrunde teil und belegte hinter den Song Contest-Vertretern Kamil Mikulčik und Nela Počisková sowie der Gruppe Mukatado den dritten Platz. Wie Tomáš in diesem Jahr durchstarten möchte, verrät er uns im Interview.

    Hey Tomáš, herzlichen Glückwunsch, dass du wieder beim Eurosong dabei bist.
    Ich bin sehr glücklich darüber, wieder beim Eurosong singen zu dürfen. Ich habe das Viertelfinale überstanden und darf jetzt in den Halbfinals singen. Ich denke dieser Wettbewerb ist eine gute Art den neuen Song in der Slowakei und vielleicht in der ganzen Welt vorzustellen. Ich fühle mich großartig. Manchmal, wenn ich im Fernsehen auftrete bin ich ein bisschen nervös, wegen der großen Verantwortung, für mich und für das ganze Projekt. Aber ohne diesen Stress wäre es auch nicht gut. :)

    Dein neuer Song heißt "Na strechách domov". Was bedeutet der Titel?
    "Na strechách domov" ist ein Lied im Poprock-Stil. Und es ist ein schneller, fröhlicher Song mit einem netten Solo. Das ist zumindest meine Meinung. "Na strechách domov" bedeutet in etwa so viel wie "Auf den Dächern der Häuser". Es geht darin um uns. Um die Leute und auch um mich. Alle Menschen auf dieser Welt haben Stress, ein schnelles Leben. Genauso wie ich. Und ich kann nicht bestreiten, dass es nicht gut für unsere Gesundheit ist. Und ein Lächeln im Gesicht ist natürlich auch sehr wichtig. Der Song selbst ist sehr positiv.

    Viele andere Vorentscheidungsbeiträge sind bereits online zu hören. Hast du schon andere Lieder gehört?
    Ich habe schon einige Lieder gehört, aber noch nicht sehr viele. Ich muss mich jetzt einmal näher damit befassen.

    Wie bereitest du dich auf den Eurosong vor, wird es Unterschiede im Vergleich zu deinem Vorjahresauftritt geben?
    Ich kann nicht so viel auf der Bühne herumrennen weil ich sonst beim Singen einen kurzen Atem hätte und das wäre nicht gut. Ich versuche immer mich auf der Bühne zu orientieren und dann einfach zu singen. Damit geht es mir immer ganz gut. Aber ich bin jedes Mal sehr spontan, wenn ich auf der Bühne stehe. Alle meine Schritte und Bewegungen sind spontan, wirklich alles. Es liegt natürlich auch am Song, wenn ein Lied schnell ist, wenn ein Lied langsam ist, und vom Text hängt es natürlich auch ab.

    Seit unserem letzten Interview ist etwa ein Jahr vergangen. Was hast du in dieser Zeit so gemacht?

    Während des Sommers habe ich gemeinsam mit meiner Band in der Slowakei Gigs gehabt und in diesem Jahr werden wir auch in der Tschechischen Republik auftreten. Außerdem habe ich studiert, das dritte Jahr. Ich musste das Jahr noch einmal machen, weil ich nicht genug Zeit hatte, das dritte und letzte Jahr an der Wirtschaftsuniversität zu beenden. Als meinen Beruf sehe ich im Moment die Musik an. Ich bin sehr froh darüber, dass Gott mir diese einmalige Chance gegeben hat, denn ich liebe die Musik.

    Wie wir gehört haben, arbeitest du an einem neuen Album. Kannst du uns dazu schon etwas verraten?
    Ja, ich werde in diesem Jahr meine dritte CD aufnehmen. Auf der CD werden neben anderen Liedern auch die Songs "Každy z nás" und "Na strechách domov" sein. Wenn ich das Album fertiggestellt habe, werde ich es dir zuschicken. Ich weiß, dass ich dir das im letzten Jahr schon einmal erzählt habe, aber die CD ist noch nicht fertig geworden. ;)

    Oh, vielen Dank! Etwas anderes, welche Art von Musik hörst du eigentlich privat?

    Mein Lieblingssänger ist Freddie Mercury. Außerdem gehören Queen, U2, Pink Floyd, Coldplay und Supertramp dazu. Das ist ein guter Musikstil, der mir viel Energie gibt und mich inspiriert, wenn ich eigene Lieder komponiere.

    Und was machst du gerne abseits der Musik?
    Hobbys? Mein Hobby ist Eishockey. Es ist ein wunderbares, wenn auch gefährliches Spiel. Außerdem spiele ich auch gerne auf meiner Gitarre. Ich muss immer üben. Und manchmal spiele ich auch Klavier. Es ist schwerer als Gitarre spielen. :)

    Du warst Teilnehmer der Show "Slovensko hľadá SuperStar". Bist du noch mit einen anderen Teilnehmern von damals in Kontakt?
    Superstar... :) Manchmal treffe ich Freunde aus dem Wettbewerb, aber nicht sehr oft, weil jeder von uns seiner Arbeit nachgeht und wir nicht sehr viel Freizeit haben.

    Möchtest du zum Schluss des Interviews noch etwas loswerden?
    Ja, vielen Dank! Und ich grüße alle Leute in Deutschland die mich kennen und wünsche ihnen alles Gute im neuen Jahr 2010!

    Vielen Dank Tomáš!

    Tomáš Bezdeda - Na strechách domov

  • Deutschland: Die Pressekonferenz zu "Unser Star für Oslo"

    Deutschland 2010

                   "Wir sind die Trümmerfrauen des Grand Prix"

    Deutschland Deutschland - NDR und ProSieben haben am Donnerstagabend auf der Reichstagskuppel in Berlin den Ablauf und weitere Details von "Unser Star für Oslo", den deutschen Vorentscheid 2010, präsentiert. Matthias Breitinger war für uns dabei.

    Der Grand Prix ist höhere Mathematik: 7, 5, 8 - mit diesen drei Zahlen wartet NDR-Programmdirektor Volker Herres auf, als ARD und ProSieben am Donnerstagabend den Modus des diesjährigen deutschen Vorentscheids zum Eurovision Song Contest in Oslo vorstellen. Die Ziffern stehen für die Erfolge von Stefan Raab beim Wettbewerb: 7. Platz mit Guildo Horn 1998, 5. Platz beim eigenen Auftritt 2000 mit "Wadde hadde dudde da" und ein 8. Platz für Max Mutzke in Istanbul.

    Schnell ist jedem klar, welch hohe Erwartungen die ARD in den ProSieben-Entertainer gesetzt hat: Nichts anderes als eine Ziffer 4 folgt in der obigen Zahlenreihe. Dieser Platz soll also in Oslo für Deutschland herausspringen. Der Druck ist somit groß, doch Raab lässt sich im weiteren Verlauf des Abends nichts anmerken. Er dämpft allerdings die Hoffnungen der versammelten ARD-Granden. "Wenn Sie beim Eurovision Song Contest weit vorn landen wollen, ist das vielleicht das falsche Konzept", räumt Raab freimütig ein.

    Es gehe weniger darum, aus einem ESC-Baukasten das Lied zu basteln, das es schafft, ganz Osteuropa für sich einzunehmen und zugleich dem deutschen Publikum zu gefallen. Das sei womöglich etwas vermessen - lieber will Raab den Vorentscheid im eigenen Land ernsthaft betreiben, wie er sagt, und zugleich emotionalisieren. Auf dass die Nation bis Ende Mai voll hinter dem Künstler und dem Lied stehen möge.

    Überhaupt: ernsthaft betreiben, diese Redewendung wird an dem Abend mehrfach strapaziert. Nicht ohne einen gewissen indirekten Seitenhieb auf "Deutschland sucht den Superstar" sagt Raab, man wolle in den acht Shows von "Unser Star für Oslo" den Kandidaten das Gefühl geben, "dass man sie ernst nimmt". Gefragt nach den Kriterien, nach denen man die 20 Kandidaten ausgewählt habe, antwortet Raab, man habe nach Leuten gesucht, die die Sache mit "einer gewissen Ernsthaftigkeit" angehen, aber doch Spaß an der Sache haben, die "sängerisches Talent" mitbringen und auch "ein Fünkchen Charisma" haben.

    Unser Star für OsloWomit wir beim Modus wären: Zum deutschen Vertreter für Oslo sollen also acht Shows führen, "in denen die Zuschauer mit den Kandidaten warm werden können", wie Raab erklärt. Zunächst habe eine Jury aus Vertretern von ProSieben, NDR und den beteiligten ARD-Radiosendern aus den mehr als 5000 gecasteten Musikern 20 Kandidaten (die Geschlechterverteilung ist ausgeglichen) für die Show ausgewählt. Zu den Castings seien durchaus auch "schon bekannte Leute" angetreten, doch da habe man jetzt auf "bestimmte Künstler" verzichtet. Namen fallen - natürlich - nicht.

    In den ersten beiden Vorrunden (2. und 9. Februar, jeweils 20.15 Uhr, ProSieben) treten je 10 Kandidaten an und zeigen vor Jury-Präsident Raab und jeweils wechselnden Mitjuroren ihr Können. Die Jury kommentiert die Künstler – doch die Entscheidung, welche 5 von den je 10 in die nächste Runde kommen, fällen allein die TV-Zuschauer per Abstimmung.

    Somit landen 10 Kandidaten in der 3. Show (16. Februar, 20.15 Uhr, ProSieben). Dort kommen 8 weiter. In der 4. Show (23. Februar, 20.15 Uhr, ProSieben) scheiden von den 8 weitere zwei aus. In der 5. Show (2. März, 20.15 Uhr, ProSieben) muss ein weiterer Kandidat seine Hoffnungen auf Oslo begraben – nun sind noch 5 Musiker im Rennen. Diese dürfen nun im Viertelfinale (5. März, 20.15 Uhr, ARD) wieder ihr Talent präsentieren, einer fliegt raus. Das Halbfinale (9. März, 20.15 Uhr, ProSieben) mit vier Kandidaten reduziert das Teilnehmerfeld nunmehr auf zwei. Die müssen nun den Zweikampf im Finale (12. März, 20.15 Uhr, ARD) bestehen – nur einer kann schließlich nach Oslo.

    Matthias Opdenhövel, Sabine Heinrich und Stefan RaabEin Ablauf also, der ein wenig "DSDS" ähnelt. Mit zwei Unterschieden: Die Kandidaten sollen singen dürfen, was sie gern möchten, wie Raab betont. Und die Jury wechselt, nur er als Chefjuror ist der Fixpunkt. Ihm ist es gelungen, eine illustre Riege der deutschen Musikszene für das Wettrennen zu gewinnen. Die Liste liest sich fast wie ein Who is Who: Schon in der ersten Show sitzen Yvonne Catterfeld und Marius Müller-Westernhagen mit Raab am Jurytisch. Eine Woche später sind es Sarah Connor und Peter Maffay, die die Auftritte bewerten. Weitere Juroren sind Barbara Schöneberger, Ich+Ich-Sänger Adel Tawil, Sasha, Xavier Naidoo, Jan Delay, Joy Denalane, Silbermond-Sängerin Stefanie Kloß, Cassandra Steen und Reamonn-Frontmann Rea Garvey.

    Man merkt es Raab an: Nicht ohne Stolz verkündet er, wen er alles für "Unser Star für Oslo" anlocken konnte. Nach dem Debakel mit dem intern ausgewählten Projekt "Alex Swings, Oscar Sings" im Vorjahr schwingt da sicherlich ein gewisses Gefühl der Überlegenheit gegenüber dem Partner mit. Man hat die Pressekonferenz über ohnehin das Gefühl, dass die ARD an dem ganzen Projekt nur als Abnicker beteiligt ist. Was einen anwesenden Journalisten zu der Frage an Raab verleitet, wie sehr bei der ganzen Sache denn die ARD störe. Die Shows sind ganz offensichtlich eine Komplett-Produktion der Raab-Showschmiede Brainpool, und man ist versucht zu glauben, die ARD ist nur rein zufällig mit im Boot.

    Zwar hält NDR-Programmchef Herres zu Beginn eine kleine Rede, in der er die Wahl des Ortes für die Pressekonferenz, den Reichstag in Berlin, mit der "nationalen Aufgabe" begründet, bei der er (in Anspielung auf eine Rede Kaiser Wilhelms II. zu Beginn des Ersten Weltkriegs) keine Konkurrenten - sprich ProSieben - mehr kenne, "da kenne ich nur noch Deutsche". Raab wiederum spricht von einer "Liebesheirat" von ARD und ProSieben, "das können Sie ruhig so schreiben". Doch es ist ganz offensichtlich, wer in dieser Ehe die Hosen anhat. Im weiteren Verlauf, als Raab das Prozedere der Shows vorstellt, stehen Herres und ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber abseits neben der Bühne - schon diese Show auf dem Reichstag gehört Raab.

    Und Matthias Opdenhövel und Sabine Heinrich. Die beiden werden die acht Vorentscheidungssendungen moderieren. Opdenhövel hat sich längst als Moderator von "Schlag den Raab" einen Namen gemacht, Sabine Heinrich ist bekannte Moderatorin des WDR-Radiosenders 1Live. So ist es das Trio Raab-Opdenhövel-Heinrich, das im Reichstagskuppel-Restaurant im Mittelpunkt steht. Auch weil Raab weiß, dass er nach dem schlechten Abschneiden Deutschlands beim ESC seit mehreren Jahren nun als der Hoffnungsträger für die ARD gilt. "Wir sind die Trümmerfrauen des Eurovision Song Contest", witzelt Raab, "die wieder blühende Landschaften aufbauen."

    Doch welches Lied wird der "Star für Oslo" schließlich singen? Da hält sich Raab seltsam bedeckt. Klar ist: In der letzten Show am 12. März sollen die Zuschauer nicht nur aus den beiden Finalisten den Sieger wählen, sondern auch aus mehreren Liedern den Beitrag, der am 29. Mai Deutschland in Norwegen vertritt. Doch Raab räumt zugleich ein, er habe noch kein Stück dafür komponiert und er wisse auch noch nicht, ob er überhaupt eines einreichen werde. Er spricht lediglich von einem Pool aus Autoren, die Lieder schreiben sollen. Es sei ohnehin schwer, schon jetzt ein Lied zu komponieren, fügt Raab hinzu - es müsse ja ein Titel sein, der für einen der beiden Finalisten geeignet sei. Und Raab ergänzt: 2010 werde es wohl "eher mutzkig als hornig". Ach ja, wir erinnern uns: es geht ums ernsthafte Betreiben.

    Doch es ist gut, dass es ganz so ernst an diesem Abend nicht zugeht. Zwar bemüht ARD-Herres sein Reden von der "nationalen Aufgabe" ein wenig allzu sehr, und ein Journalist drängt ihn auch noch zu erklären, dass die ARD immer noch am Eurovision Song Contest teilnehme, weil sie laut Rundfunk-Staatsvertrag nicht nur die Aufgabe habe zu informieren, sondern eben auch zu unterhalten.

    Den lustigen Part überlässt Herres aber Raab, der den Erfolg von Alexander Rybak im vorigen Jahr auch mit seiner osteuropäischen Herkunft erklärt und dann grinsend hinzufügt: "Man müsste mal prüfen, ob unter unseren 20 Kandidaten ein Osteuropäer dabei ist. Oder wir machen dann seinen Namen osteuropäischer." Und auch nicht ganz ernst gemeint ist wohl auch Raabs Einschätzung, der deutsche ESC-Teilnehmer solle eine gut sitzende Frisur haben. Stimme allein sei andererseits auch nicht alles: "Jemanden, der gut singen kann, aber ein Vollidiot ist, will auf Dauer auch keiner haben."

    Gelächter erntet schließlich auch der anwesende Max Mutzke, der natürlich sein "Can't wait until tonight" von 2004 präsentieren darf und darin eine Anekdote von einem Auftritt beim Bayerischen Fernsehpreis erzählt, wo er seinen Grand-Prix-Beitrag ebenfalls gesungen hat – und Ministerpräsident Edmund Stoiber sei in der ersten Reihe gesessen und habe das ganze Lied mit bayerischem Akzent mitgesungen. Mutzke trocken: "Man sieht, es gibt auch traurige Geschichten zu dem Song."

  • Exklusiv: Mira Awad im Interview!

    © Mira Awad

    Die für den Eurovision Song Contest zuständige Rundfunkanstalt Israels, die IBA hat Anfang des Jahres die Entscheidung getroffen, die Kandidaten für Moskau intern zu nominieren. Die Wahl fiel auf Noa & Mira Awad, ein israelisch-arabisches Duo, das schon lange Jahre zusammenarbeitet und seit ihrer Nominierung einiges an Kritik in ihrer Heimat gefallen lassen muss.

    Dabei zeigt die Zusammenarbeit der beiden erfolgreichen Künstlerinnen, dass auch trotz anhaltendem Nahostkonflikt ein harmonisches Miteinander möglich ist. Im Interview beantwortet uns der arabische Part des Duos, Mira Awad, einige Fragen zu ihrer Zusammenarbeit mit Noa, ihrem Wettbewerbsbeitrag "There must be another way" und der aktuellen Situation in Israel.

    Mira, erzähl uns ein bisschen mehr über dich. Wie bist Du zur Musik gekommen?
    Ich wurde in einem arabischen Dorf im Norden von Israel (in Galiläa) geboren und habe einen palästinensischen Vater und eine bulgarische Mutter. Ich bin das mittlere Kind und habe noch zwei Brüder.

    Ich habe schon früh mit dem Singen angefangen, als ich neun Jahre alt war. Ich habe bei allen Gelegenheiten in meinem Dorf gesungen und als ich ein Teenager war, habe ich angefangen Texte zu schreiben und Songs auf der Gitarre zu komponieren, die ich mir gekauft hatte. Später habe ich zusammen mit einem anderen Jungen aus meinem Dorf und einigen Musikern aus Nazareth eine Rockgruppe gegründet. Wir nannten uns "Samana" ("Unser Himmel").

    Als ich die Hochschule abgeschlossen hatte, bin ich nach Haifa gegangen, um dort an der Universität englische Literatur und bildende Künste zu studieren, aber ich habe den Abschluss nicht gemacht, weil ich vorher nach Tel Aviv gegangen bin um an der Rimon-Schule für Jazz und moderne Musik zu studieren. Ich war dort die erste arabische Schülerin.

    Wo hast Du deine jetzige Duettpartnerin Noa zum ersten Mal kennengelernt und wie ist es zur Zusammenarbeit mit ihr gekommen?
    Ich habe Noa vor acht Jahren kennen gelernt. Sie hat mich gefragt, ob ich ein Duett mir ihr zusammen für ihr internationales Album "Now" singen würde. Das Duett war eine Version des Beatles-Songs "We can work it out" und wir haben ihn bei vielen Auftritten auf zahlreichen Bühnen in Europa gesungen. Die Botschaft, die wir damit vermitteln wollten war, dass es immer eine Chance für die Versöhnung in unserer Region gibt. Später haben wir einen anderen Song ("A word") aufgenommen, den ich für mein Debütalbum "Bahlawan-Acrobat" geschrieben hatte.

    Und wie kam es zu der Idee, mit Noa beim Eurovision Song Contest anzutreten?
    Das israelische Eurovisionskomitee ist an Noa herangetreten und hat sie gefragt, ob sie Israel in diesem Wettbewerb vertreten möchte. Sie hat unter der Bedingung zugestimmt, dass sie mit mir an ihrer Seite singt, als Fortsetzung unserer gemeinsamen Reise. Und weil wir beide Sängerinnen und Songwriter sind, haben wir uns entschieden unseren Song selbst zu schreiben.

    Ihr habt vier Songs beim nationalen Vorentscheid vorgestellt.
    Ja, wir haben vier verschiedene Lieder geschrieben, die alle etwas mit dem selben Thema zu tun haben: die Notwendigkeit, den Dialog zwischen den zwei Nationen fortzusetzen und den Glauben an die Möglichkeit, eine Lösung zu finden. Es war eine Liveübertragung und das Publikum konnte über ihren Favoriten abstimmen.

    "There must be another way" hat den Vorentscheid gewonnen. Bist Du mit dem Ergebnis zufrieden?
    Aber natürlich! Wir lieben den Song genauso wie die anderen. Es hat einen stimmigen Beat und eine starke und unmittelbare Botschaft, von der wir hoffen, dass sie so laut und klar wie möglich herüberkommt.

    Kannst Du uns etwas mehr über den Song erzählen?
    Die momentane Lage in unserer Region ist eine Situation voller Streitigkeiten und Blutvergießen. Aber wir denken, dass diese Strategien geändert werden müssen um dieses Blutvergießen zu stoppen. Und wir schlagen vor, das Denken und die Herzen für eine andere Sichtweise zu öffnen. Eine Option des ehrlichen Dialoges, durch den beide Seiten die Existenz des Anderen anerkennen und jeder die richtige Formel findet, um mit dem anderen ein Leben Seite an Seite zu führen. Es gibt einen Satz in dem Song, den ich sehr mag: "...and when I cry, I cry for both of us, my pain has no name!" Das bedeutet, dass wir uns auch für den anderen betroffen zeigen sollten und nicht nur für uns selbst.

    Israel hat in der Vergangenheit bereits einige Friedenslieder zum Song Contest geschickt. Kann man euren Beitrag mit diesen Liedern vergleichen?
    Ich glaube nicht, dass man eine acht Jahre andauernde Zusammenarbeit mit einem einzelnen Song, der zur Eurovision geschickt wurde vergleichen kann. Wir haben eine Geschichte, eine ernstgemeinten Absicht und eine Botschaft, die wir seit einer langen Zeit vermitteln und außerdem einen Friedensplan der aus drei Teilen besteht: das Existenzrecht des anderen anzuerkennen, sich für den Schmerz, den jeder von uns dem anderen in diesen 60 Jahren zugefügt hat, zu entschuldigen und das Land und dessen Ressourcen zu teilen.

    Dein Duett mit Noa wird von verschiedenen Seite her kritisiert.
    Na ja, die Kritik kommt von zwei verschiedenen Fronten. Die eine Seite besteht aus den jüdischen Fundamentalisten, die keine Araber als ihre Vertreter haben wollen und die es vorziehen würden, mich als Einwohner Israels loszuwerden. Die andere Seite ist der extreme linke Flügel, vorrangig der arabischen Gemeinschaft. Die Kritik dieser Leute stützt sich auf dem Verdacht, das Duett wäre einfach nur ein zynischer PR-Stunt von den israelischen Behörden, ihr Image vor einer internationalen Kulisse zu beschönigen. Ich kann dieses Misstrauen verstehen und respektieren ihren Gesichtspunkt, aber ich kann ihnen sagen, dass ich weder die Absicht hatte, noch plane ein Aushängeschild für irgendjemanden in diesem Streit zu werden.

    Sprechen wir wieder über den Eurovision Song Contest. Haben die Vorbereitungen für euren Auftritt bereits begonnen?
    Ja sicherlich, es gibt da noch eine Menge, das getan werden muss. Und wir versuchen uns in bestmöglicher Art und Weise vorzubereiten.

    Was können wir in diesem Jahr von Israel in Moskau erwarten? Werdet ihr irgendwelche Gimmicks verwenden?
    Ich muss dich leider enttäuschen, das Lied ist ein sehr ernstgemeinter Ruf nach etwas, das sehr wichtig für uns ist. Deshalb finden wir es nicht angebracht von sämtlichen Tricks und Gimmicks Gebrauch zu machen. Wir werden auch keine Backgroundsänger dabei haben, weil wir nur das Zusammenspiel von unseren beiden Stimmen möchte, die sich in ihrer Botschaft "There must be another way" vereinen.

    Ihr singt den Song in drei verschiedenen Sprachen, was ist der Grund hierfür?
    Wir haben uns entschieden, den Song auf Hebräisch, Arabisch und Englisch zu schreiben. Arabisch ist, für alle die es nicht wissen, die zweite offizielle Amtssprache in Israel, aber es ist das erste Mal, dass beide Amtssprachen Israel beim Song Contest vertreten werden.

    Hast Du schon einige andere Kandidaten vom Song Contest 2009 gehört?
    Oh ja, natürlich. Es gibt da einige sehr gute Songs und einige wirklich beeindruckende Darbietungen.

    Hast Du selbst einen Favoriten?
    Ich muss zugeben, dass Dänemark mein persönlicher Favorit ist. :) Ein gutaussehender Typ, ein gutes Lied und eine tolle Boyband hinter ihm, die einfach cool wirkt. Außerdem muss ich sagen, dass ich mich mit einem Kandidaten angefreundet habe, der gegen Noa und mich antritt. Das ist Krassimir Avramov, der Bulgarien vertritt, meine zweite Heimat. Ich finde es toll, mein Bulgarisch mit ihm über das Internet anzuwenden.

    Und wie sieht es mit der Geschichte des Contests aus?
    Als ich ein Kind war, habe ich die Eurovision geliebt, es war traumhaft. Ich war besonders vom Liveorchester fasziniert, dass es ja leider nicht mehr beim Wettbewerb gibt. :(

    Erinnerst Du dich an einige Kandidaten aus früheren Wettbewerben?
    Ich war völlig begeistert von Johnny Logan, erinnert ihr euch an ihn? Ich glaube er hat zweimal mitgemacht. Von den israelischen Liedern gefällt mir das Lied von Shiri Maimon am besten. Sie ist eine großartige Sängerin.

    Werdet ihr vor dem Song Contest noch einige Promotionauftritte in anderen Ländern haben?
    Wir haben noch bisher noch nichts geplant, aber das liegt daran, dass unser Zeitplan ziemlich voll ist, insbesondere der von Noa, die fast durchgehend mit ihrer Musik durch Europa tourt. Ich hoffe, dass wir trotzdem die Chance haben werden, ein bisschen Promotion zu betreiben.

    Hast Du schon Pläne für die Zeit nach dem Eurovision Song Contest?
    Ja, mein Album wird hier in Israel kurz nach dem Wettbewerb veröffentlicht und das Album von Noa und mir wird schon Ende April von Universal Music veröffentlicht.

    Möchtest Du unseren Lesern in Deutschland zum Schluss noch etwas mitteilen?
    Ich war mit der Theaterfirma für die ich als Schauspielerin gearbeitet habe in Deutschland und das Publikum war immer großartig und die Reaktionen so herzlich. Jetzt hoffe ich, dass ich möglichst bald als Sängerin nach Deutschland und Österreich kommen kann um meine Musik dort vorzustellen.

    Ich möchte noch hinzufügen, dass ich das deutsche Lied auch sehr mag; die Fusion zwischen einem modernen Beat und dem Big Band-Sound ist wirklich toll und ich wünsche Alex alles Gute. Er ist ein wunderbarer Künstler.

    Danke Mira für das Interview!

    Weblinks:
    MySpace-Profil von Mira Awad
    Kdam-Auftritt von "There must be another way"

  • Exklusiv: Jonathan Fagerlund im Interview!

    © Jonathan Fagerlund

    Schweden Schweden - Der Auftakt des diesjährigen schwedischen Melodifestivalen fand vor knapp drei Wochen im Scandinavium in Göteborg statt. Dort qualifizierten sich Alcazar und Emilia direkt für das Finale in Stockholm. Das Nachsehen hatte dabei leider der 19jährige Jonathan Fagerlund, der mit seinem Titel "Welcome to my world" sein Einstand beim schwedischen Vorentscheid gab, es aber leider nur auf Rang sieben schaffte.

    Im Interview spricht Jonathan über seine Eindrücke vom Halbfinale in Göteborg, seine Pläne und warum er über einen siebten Platz beim Melodifestivalen überhaupt nicht traurig ist. Die Übersetzung hat Andreas Lamann freundlicherweise für mich übernommen, herzlichen Dank dafür.

    Jonathan, wann hast du angefangen, Musik zu machen?
    Ich habe schon immer gesungen. Schon als ich ein kleiner Junge war, saßen mein Vater und ich zusammen und sangen.

    Welche Momente würdest du als die entscheidendsten deiner Karriere betrachten?
    Die Veröffentlichungen meiner ersten Single und des Albums waren ziemlich spezielle Ereignisse für mich. Aber das Melodifestivalen ist definitiv eines der größten Ereignisse in meiner Karriere.

    Du hast in Göteborg dein Melodifestivalen-Debüt gegeben. Wie bist du auf die Idee gekommen, bei der schwedischen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest teilzunehmen?

    Es war schon immer mein Traum, mich diesem Wettbewerb zu stellen. Es ist so riesiges Event in Schweden und eine tolle Start-Möglichkeit für Newcomer. Als mir meine Komponisten das Lied geschickt haben, wusste ich sofort, dass ich damit teilnehmen muss.


    Hast du es genossen, in Göteborg dabei gewesen zu sein? Gibt es Besonderes, was du während des Melodifestivalen erlebt oder gemacht hast?
    Nun, der Ausflug nach Göteborg bestand hauptsächlich aus dem Melodifestivalen - von früh morgens bis spät abends. Aber es hat sehr viel Spaß gemacht.

    Erzähl uns bitte etwas über die anderen Teilnehmer aus deinem Semifinale.

    Da gibt es nicht so viel zu erzählen. Ich habe mich so auf meine Proben und meinen Auftritt fixiert, dass ich die anderen gar nicht wirklich wahrgenommen habe.

    Hast du von deinen Mitstreitern Tipps bekommen, vor deinem allerersten MF-Auftritt?

    Oh ja, es waren alle sehr nett. Aber auch für sie war das Wichtigste, sich auf den eigenen Auftritt zu konzentrieren. Wenn die Konzentration da ist, klappt auch alles andere.

    Dein Lied hieß “Welcome to my world“?
    Wovon handelt es? Hat es eine persönliche Botschaft?
    Sicher hat es das. Ich glaube, jeder von uns musste schon schwierige Situationen meistern – auch ich. Der Song handelt einfach davon, die Vergangenheit auf sich beruhen zu lassen. Und für die Zukunft gilt: „Living out loud!“

    Bist du zufrieden mit deinem Auftritt?
    Ich bin sehr glücklich mit meinem Auftritt - wirklich.

    Unglücklicherweise wurdest du nur Siebter, wie hast du dich gefühlt, als die Resultate kamen?
    Ach, weißt du – ich war so zufrieden mit meinem Auftritt, ich hab alles gegeben und konnte eigentlich gar nichts besser machen, deshalb war ich auch über den 7. Platz nicht so enttäuscht. Das Schwierigste ist für mich, dass nun alle von mir erwarten, dass ich traurig über das Ergebnis bin - und ich versteh gar nicht, warum. Die Aufmerksamkeit, die ich durch die Teilnahme am Wettbewerb hatte, ist sooo groß. Es ist einfach toll, dass so viele Leute sich jetzt für mich und meine Musik interessieren. Damit habe ich nicht gerechnet, das ist ein Erfolg.

    Was ist nach dem Semi passiert?
    Ich habe meine Promo-Tour für meine neue Single gestartet - mein Melodifestivalen-Lied. Am 20. Mai kommt mein Album auf den Markt. Und ich hoffe, dass ich im Sommer auf Tournee gehen kann.

    Kleine Vorausschau auf das MF-Finale. Wer, glaubst du, hat die größten Chancen, um zu gewinnen?
    Oh, wow - schwer zu sagen… Ich glaube, Lili & Susie machen es.

    Was ist dein persönlicher Lieblings-MF-Song?

    „Disconnect me“ - ich liebe dieses Lied, wirklich. Es ist so schade, dass Marie Serneholt es nicht ins Finale geschafft hat.

    Dieses Jahr hat es für dich nicht sollen sein - aber besteht die Möglichkeit, dass wir dich nochmal bei Melodifestivalen sehen, vielleicht 2010?

    Ich hoffe, ich bekomme die Möglichkeit, wieder Teil des Wettbewerbs zu werden. Das war sicherlich die beste Zeit meines Lebens – bis jetzt…

    Sprechen wir über den Eurovision Song Contest. Verfolgst du die Show? Hast du Erinnerungen an bestimmte ESC-Momente oder Künstler, die teilgenommen haben?

    Ich liebe den ESC – absolut. Ich veranstalte in jedem Jahr große ESC-Abende und lade alle meine Freunde dazu ein. Ich erinnere zum Beispiel Ines aus Estland… “Once in a lifetime“… Ich erinnere, dass ich den Song toll fand und, was noch viel wichtiger ist, sie auch…. Haha!

    Letzte Jahr wurde Charlotte Perrelli im schwedischen Einsatz nur 18. im Belgrader Finale. Woran lag das, was glaubst du?

    Ich weiß es nicht. Sie hatte einen tollen Song. Vielleicht klang Ani Lorak zu ähnlich und bekam deshalb mehr Stimmen?


    Hast du schon ein paar Songs gehört, die dieses Jahr beim ESC vertreten sind?

    Hab ich bisher noch nicht. Ich werde wohl auch warten, damit ich mich am Abend selber überraschen lassen kann. Das wird sicher spannend.

    Kannst du denn schon verraten, was du in der ESC-Woche machen wirst?

    Ich werde mit meinen Freunden eine ganz verrückte Party feiern.

    Was hast du noch für Pläne in der näheren Zukunft?

    Am Sonntag, den 1. März veröffentliche ich das Video zu „Welcome to my world“. Und am 20. Mai kommt ja das Album raus. Und eine Tour ist auch in Planung.

    Möchtest du deinen Fans in Deutschland zum Schluss noch etwas sagen, was du schon immer mal sagen wolltest?

    Vielen, vielen Dank für eure Unterstützung. Checkt mal meine MySpace-Seite und passt auf euch auf…

    Weblinks:
    MySpace: Jonathan Fagerlund

  • Exklusiv: Tomás Bezdeda im Interview!

    © Tomas Bezdeda; Foto: Ivan Kelement

    Slowakei Slowakei - Seit 1998, als Katarina Hasprová mit "Modlitba" in Birmingham unter Ferner liefen endete, hat die Slowakei nicht mehr am Eurovision Song Contest teilgenommen. Nach elf Jahren Pause ist die Slowakei in diesem Jahr aber endlich wieder mit am Start und wird am 14. Mai in Moskau sein Comeback feiern.

    In den Studios des Senders STV in Bratislava läuft der nationale Vorentscheid "Eurosong" bereits auf Hochtouren, gestern ging die dritte von insgesamt fünf Vorrunden á zehn Startern über die Bühne. Einer der Teilnehmer, der sich am Freitag bereits erfolgreich für das Finale am 8. März qualifziert hat, ist Tomáš Bezdeda, der uns im kurzen und bündigen Interview Rede und Antwort steht.

    Hallo Tomáš!
    Hallo, ich möchte alle Fans in Deutschland ganz herzlich grüßen!

    Wann hast Du angefangen Musik zu machen?
    Ich habe mit dem Singen angefangen, als ich zehn Jahre alt war. Das konnte man aber nicht professionelles Singen nennen. Damit habe ich angefangen, als ich achtzehn Jahre alt war. Mit fünfzehn habe ich angefangen Gitarre zu spielen.

    Du wurdest Dritter bei der slowakischen Ausgabe von "Pop Idol", erzähl uns ein bisschen was von der damaligen Zeit.
    Es war eine großartige Zeit für mich, weil es alles einfach wie ein großer Traum war. Damals haben wir Songs von bekannten Künstlern gesungen und heute singe ich meine eigenen Songs, das ist schon sehr sehr schwierig. Es gibt einen Unterschied zwischen Pop Idol und dem Leben als echter Sänger. Meiner Meinung nach ist der Wettbewerb sehr gut für die spätere Karriere. Aber es liegt an uns, was wir daraus machen...

    Was würdest Du als den einschneidensten Moment in deiner bisherigen Karriere bezeichen?
    Ein sehr großer Schritt war für mich, als ich angefangen habe, meine eigenen Songs zu schreiben.

    Und wie kam die Idee zustande, am slowakischen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest teilzunehmen?
    Ich habe erst im letzten Moment entschieden am Wettbewerb teilzunehmen. Ich dachte, es könnte eine sehr gute Präsentation von mir sein und ich kann den Zuschauern meinen neuen Song von meinem neuen Album vorstellen, das dieses Jahr noch erscheinen wird.

    Du bist mit dem Song "Každý z nás" beim Vorentscheid dabei. Worum geht es in dem Lied?
    In dem Lied geht es darum, dass alles so ist, wie es ist. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das gut übersetzt habe, aber ich hoffe es. Vielleicht kann ich den Song in die deutsche Sprache übersetzen, aber ich weiß nicht, ob ich die richtigen Worte für eine gute Übersetzung finden kann. Der Song hat keine persönliche Botschaft, er ist für alle Menschen auf der Welt gedacht.

    Du hast das Semifinale gewonnen und darfst nun am Finale am 7. März teilnehmen, bist Du mit deinem Auftritt zufrieden?

    Das große Finale ist am 8. März. Ich bin sehr sehr glücklich darüber, dass ich das Semifinale gewonnen habe und nun im Finale stehe. Ich bin sicher, dass ich mich stimmlich noch steigern kann und das versuche ich im Finale auch. Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis, denn "Každý z nás" wurde vorher nicht im Radio gespielt und die Leute in der Slowakei haben den Song während des Semifinals zum ersten Mal gehört.

    Was ist nach dem Semifinale passiert?

    Ich habe den Song als Sieger des Semifinals noch ein zweites Mal gesungen und habe danach einigen Journalisten Interviews gegeben.

    Sprechen wir über den Eurovision Song Contest. Ich weiß nicht, wie es in der Slowakei war; hattet ihr die Gelegenheit den Wettbewerb in den letzten zehn Jahren zu verfolgen?
    Ich habe zwar vom Eurovision Song Contest gehört, aber ich weiß nicht, warum wir die letzten zehn Jahre keine Interpreten zum Wettbewerb geschickt haben. Vielleicht hat das slowakische Fernsehen einfach keine Lizenz dafür erworben.

    Die Slowakei hat bisher dreimal am Song Contest teilgenommen, erinnerst Du dich an die Teilnehmer?
    Ja, ich erinnere mich. Als ich noch ein Kind war, waren Tublatanka das erste Mal dabei. Ansonsten kenne ich unsere Beiträge vom Eurovision Song Contest nur von Youtube.

    Hast Du generelle Erinnerungen an den Song Contest?
    Ich habe nicht besonders viele Erinnerungen, das Meiste habe ich erst kurz vor dem Beginn unseres Halbfinals erfahren. Ich weiß nicht, warum ich mich so lange nicht für die Eurovision interessiert habe.

    Kennst Du schon andere Beiträge vom diesjährigen Song Contest?
    Noch nicht, aber ich werde sie mir noch anschauen. Ich habe leider nicht so viel Freizeit.

    Angenommen Du gewinnst den slowakischen Vorentscheid, hast Du bereits Pläne für Moskau?
    Ich möchte schon gerne gewinnen, aber ich weiß, dass das nicht einfach wird. Falls ich den Vorentscheid gewinnen werde, mache ich mir über Moskau Gedanken. Ich werde aus ganzem Herzen dafür singen.

    Was sind neben dem Song Contest deine Pläne für die Zukunft?
    Ja, ich werde ein neues Album aufnehmen und danach möchte ich gerne in der Slowakei auf Tour gehen. Das neue Album wird noch in diesem Jahr fertig. Ich muss noch einige Songs zu Ende schreiben und für ein paar Lieder noch einen Text schrieben, danach kann ich dann mit dem Aufnehmen beginnen...

    Irgendwann möchte ich auch auf Deutsch singen, das wäre großartig für mich. Und falls ich Fans in Deutschland habe, möchte ich ihnen eines sagen: Danke für eure Unterstützung! Oooh, ich war schon einmal in München und ich muss sagen, dass es eine schöne Stadt ist. Ich mag das Münchener Bier.

    Möchtest Du unseren Lesern noch etwas sagen?
    Dankeschön für alles. Ich muss Deutsch lernen und dann kann ich auch nach Deutschland kommen.

    Danke für das Interview, Tomáš.

    Weblinks:
    Offizielle Homepage von Tomás Bezdeda
    Youtube: Tomáš Bezdeda - Každý z nás

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